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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Wie still es im Zimmer ist! Vor langer Zeit ist Frederik über das Polar­eis geflogen. Vor Tausenden hat er vom Weltfrieden gesprochen und ver­sucht, sie wachzurütteln. Heute betet er hinter Mauern: ,, Gib uns Frieden im Herzen!"

Welch einen Stoß gibt es mir aber, als er mitten im Gebet auch mich erwähnt, als er sagt: ,, Schütze sie in der Aufgabe, die vor ihr liegt." Woher weiß Frederik? Statt mir zu mißtrauen, betet er für mich.

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Ejvind und Rolf sind kaum über zwanzig. Beim ersten Besuch lerne ich sie nur im Profil kennen. Sie sehen beharrlich an mir vorbei. Umso­mehr fällt mir auf, wie zerbeult Ejvinds Nase ist. Über das Gesicht ziehen sich mehrere Narben.

,, Du mußt mir helfen!" ruft er aus und umarmt den Pfarrer.

· Der Pfarrer nimmt seine Hand und sagt in tröstendem Ton: ,, Ich habe versucht, auch für deinen Vater Besuchserlaubnis zu erwirken, doch--" ,, Vater hat mich schon gesehen", unterbricht Ejvind ihn. Mit tonloser Stimme setzt er hinzu: ,, Er hat mich nicht wiedererkannt."

Ejvind und sein Vater sind in der Widerstandsbewegung gewesen, die sich in Norwegen unmittelbar nach der deutschen Besetzung gebildet hat. Dafür wurden sie zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

Durch einen glücklichen Zufall sind sie zusammengeblieben. Sie ar­beiten in der Hofkolonne". Die Hofkolonne hat es besser als jedes andere Kommando. Sie entlädt die Lastwagen.

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Lastwagen bringen nicht nur Papier zum Tütenkleben. Sie bringen Ma-. terial für die Handwerksbetriebe des Zuchthauses Ersatzteile für die Schlosserei, Lumpen für die Schneiderei, Militärstiefel zum Besohlen für die Schuhmacherei und Kartoffeln und Brot für die Küche!

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Vier Scheiben Brot gibt es für einen Tag. Doch in den Hof fährt ein - lädt die glücklichen zehn ganzer Lastzug voll Brot. Die Hofkolonne ab. Die Brote wandern von Mann zu Mann; der letzte übergibt es dem ersten der Lagerkolonne", die die Nahrungsmittel in Verpflegungsmaga­zinen zu stapeln hat.

Vier Scheiben Brot für einen Tag!

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Hof- und Lagerkolonne arbeiten Hand in Hand. Diebstahl? Nimm, denn du hungerst so heißt das ungeschriebene Gesetz im ,, Knast ". Gib weiter an Kameraden, die noch hungriger sind als du. Ein Lastwagen holpert über den steinigen Hof der Zelle warten fünf Kameraden!

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Ejvind, größer als alle anderen, reckt den Kopf und läßt den Wagen an sich vorbei. Die Augen strahlen. Er fühlt in die Tasche. Das ,, Geheim­fach" ist tief! Kamerad Rolf von der Schneiderei hat es ihm eingenäht. Platz genug für mindestens zwanzig Kartoffeln. Zwanzig durch fünf, jeder

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