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Die Nazizensur hat keinen Einspruch erhoben, da es sich anscheinend um technische Anweisungen handelt, die politisch ohne Interesse sind.
Der ,, Milchstreik" setzt ein. In Oslo gibt es keine Milch. Wer sind die Urheber des Streiks? Die Gestapo meint, die einzig nur mögliche Lösung gefunden zu haben, als sie Gewerkschaftsleiter, Journalisten und Redakteure in Oslo verhaftet. Frederik ist einer der ersten. Die Gestapo bringt seine ,, Anweisungen über das Verhalten bei Verdunkelung" mit dem Streik in Verbindung.
Lebenslänglich Zuchthaus lebenslänglich Kälte und Schweigen.
Über ein Jahr lang hat Frederik in einem Außenkommando im Ham burger Hafen gearbeitet, jeden Tag 12 Stunden. Füße und Beine schwollen an. Wasser! Er hat viele Lasten gehoben und getragen. Bei vier Schnitten Brot und einem Liter Wassersuppe am Mittag.
Nur eins bekommen sie, soviel sie nur wollen. Salz!
Salz wird aufs Brot gestreut. Salz kommt als Gewürz in die Suppe. Salz dient zum Reinigen der Zähne. Salz macht durstig. Sie trinken Wasser, einen Becher nach dem anderen. Das Wasser setzt sich in die Füße; sie werden zu dicken Klumpen, kaum passen sie noch in die Holzpantinen. Das Wasser steigt in die Beine.
Nach wochenlangem Warten wird Frederik endlich vom Anstaltsarzt untersucht. ,, Wieder einer von diesen norwegischen Simulanten!" brüllt Dr. Schreck. Er stößt den Daumen in den klumpigen Fuß. Eine tiefe Delle bleibt stehen. ,, Euch Säufern werde ich helfen!" Er diktiert dem Sanitäter: ,, Einzelzelle, Salzentzug und Rationierung von Trinkwasser für sechs
Wochen."
Aus Wochen werden Monate. Frederik ist vergessen.
,, Die Beine sind immer noch dick", wendet sich Frederik an mich. ,, Aber ich sehne mich nach Licht und Sonne. Könnte ich nur wieder in ein Außenkommando kommen!"
Tags darauf trage ich dem Chef die Bitte vor, Björn und Frederik zu verlegen.
,, Wie lange sind sie schon in Einzelhaft?"
,, Acht Monate, Herr Regierungsrat.“
,, Wie erst acht Monate?"
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,, Ein weiteres Verbleiben wird ihre Gesundheit ernsthaft gefährden ,, Dann warten wir nur ruhig bis dahin."
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Als ich das Zimmer des Chefs verlasse, steht Hauptwachtmeister Rabbeler vor der Tür, als habe er auf mich gewartet: ,, Na, Fräulein, Erfolg gehabt?"
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Der Nie werde ich diesen ersten Besuch bei Frederik vergessen! Pfarrer zieht zum Schluß das Neue Testament hervor und sieht mich fragend an. Ich nicke ihm zu. Da öffnet er es und liest daraus vor.
Als er geendet hat, beginnt Frederik mit leiser Stimme zu beten.
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