Die Tür geht auf.„Wieviel Tüten?”
„Zwölfhundert.' ‚
„Dein Glück!" brummt‘der Grüne und nimmt die Kästen entgegen.
Björn geht auf und ab, um warm zu werden. Sieben Schritte zur Tür und sieben Schritte Zurück zum Fenster. Keine Freiübungen.«Auch Neun- zehnjährige müssen im Zuchthaus mit ihren Kräften haushalten.
Noch einmal ein langgezogener, dünner Ton. Es ist halb acht. Björn macht die Kette los. Das Klappbett geht herunter. Das Licht verlischt.
Unter der dünnen. Wolldecke kauert er sich frierend zusammen. Bald ist Sommer, denkt Björn. Er betet das Vaterunser; er murmeit halblaut: „Unser täglich Brot gib uns heute.”-
Er starrt ins Dunkel. Auf dem Gang hört er Stimmen.„Warte auf mich. Ich komme gleich mit. hinaus!” Schwere Schritte. Sie verhallen.
Björn macht die Augen zu und schluckt. Dann.dreht er sich etwas zur Seite. Die Hand tastet nach dem Spind. Die beiden Rinden! Er ißt sie und denkt an Mama..
Vor langer, langer Zeit kam sie zu ihm ans Bett. Es war ebenso dunkel wie jetzt.„Schläfst du schon, Björn?“ fragte sie. Er gab keine Antwort, denn er mußte den Mund weit offen halten, damit das Stückchen Schoko- lade den Weg nur ja nicht verfehlte.———
„Und seit wann bist du in Einzelhaft, Frederik?"
„Ebensolange wie Björn.”:\
Frederik ist schon über fünfzig. Als wir mit ihm sprechen, habe ich das Gefühl,.daß nicht wir ihn besuchen, sondern daß er unseren Besuch empfängt. Nach zweijähriger Gefangenschaft ist er ungebrochen.
Im Leben da draußen hat er einmal: an führender Stelle gestanden. Während er dem Pfarrer Briefe an Freunde diktiert, vergesse ich das trübe Besuchszimmer———
1929— Frederik Ramm begleitet als einziger Journalist Amundsen auf seiner Nordpolexpedition. Sie überfliegen: Schnee und Eis. Ewige Kälte. Sie landen wohlbehalten in Alaska .
1935— Frederik spricht in Oslo zu Tausenden:„Soziale, wirtschaftliche und politische Probleme gefährden den ‚Frieden der Welt. Sie sind nur noch zu lösen, wenn sich die Völker die Hand reichen. Laßt uns einander helfen! Rettet den Frieden!”
1940— an den hohen Fenstern der Redaktion einer Osloer Zeitung steht Frederik. Auf den Straßen rollen deutsche Panzer und LKW's. Das Zimmer ist dunkel. Es ist Nacht in Oslo . Nur die Scheinwerfer deutscher Fahrzeuge erhellen die Straßen. — Mit einem Ruck läßt Frederik den schwarzen Vorhang herunter. Dann setzt er sich an den Schreibtisch.
Am nächsten Tag bringen die Zeitungen einen Artikel von Frederik . Ramm:„Anweisungen über das Verhalten bei Verdunkelung‘.
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