“In der Einzelzelle sind die Tage lang. Die Luft ist leimig und voller Staub. Die Pritsche ist hochgeklappt und mit einer Kette an die Wand gehakt. Wehe, wenn Björn sie tagsüber herunterlassen würde! Das„Auge“ sieht alles. ER
Auf einem Holzschemel sitzt Björn, umgeben von Stapeln von Papier . Er klebt Tüten, das Mindestpensum— elfhundert täglich. Mechanisch grei- fen die Hände den Bogen, falten ihn und falzen den Rand. Ein Holz- stückchen wird in den Leimtopf getunkt. Das Holzstückchen streicht über das untere Ende des Bogens. Knicken, falten, pressen: eine Tüte ist fertig.
Ein neuer Bogen. Die Hände falten, falzen und leimen—. a
Minuten werden zu Ewigkeiten, Ewigkeiten vergehen‘wie Minuten.
Tüte auf Tüte entsteht. Die Hände sind leimverklebt. Die Gedanken machen eine weite Reise———!
Wann kam der letzte Brief? Vor drei Wochen, oder war es erst gestern?
Wie geht es zu Hause— in Bergen?
Bergen! Vor Björn taucht die Heimatstadt auf, so, wie er sie zum letztenmal gesehen hat, als das Schiff langsam dem Fjord entglitt.— Sie stehen an der Reeling, Björn und die Kameraden. Der Morgen graut. Noch schläft die Stadt. Hinter den Felsen aber— in weiter Ferne— sehen sie schon den ersten roten Schein'der Sonne..Möwen umkreisen das Schiff. Mit hochgeschlagenem Mantelkragen gehen die Wachtposten auf und ab. Björn aber achtet nicht der schweren Soldatenstiefel. Denn nun umrahmt ein goldener Schimmer die Wolken. Silbrig glänzen die Felsen auf. Das . Grau des Himmels wird licht, wandelt sich bis zum reinsten Blau.
Und unmerklich ist das Schiff weitergeglitten.
Die Uhr des Kirchturms schlägt. Zehnmal. Björn fährt auf. Hat er ge-,
schlafen? Nein, der Kasten ist voller Tüten; es war nur der Wachtraum eines Gefangenen.,
Vor drei Stunden gab es noch zwei Schnitten Brot. Noch zwei Stunden“
‚ warten. Ist die Waschschüssel sauber? Björn geht an das Spind. Einige Zellen weiter hört er die Flüche eines Grünen. Schon wieder Inspektion? Sie war doch erst vorige Woche. Björn nimmt einen‘Bogen Papier, knüllt ihn zusammen und reibt die Emailleschüssel so lange, bis sich auch in den
ausgeschlagenen Kanten kein Stäubchen mehr verkrochen haben kann.
- Wie kalt es ist! Die, Finger sind steif. Es ist doch schon Frühling. Aber
noch ist die Sonne zu kraftlos, um die dicke Mauer durchdringen zu können. Björn nimmt einen zweiten Bogen. Er reißt ihn in kleine Stücke und umwickelt die Gelenke. Das gibt etwas Wärme.
Da blinkt es an der Tür. Die Klappe!„Das Auge” sieht alles. Krachend‘
fährt ein Schlüssel ins Schloß. Blitzschnell zieht Björn die Ärmel herunter, doch schon fliegt die Tür auf. Björn steht stramm, Hände an die Hosennaht.
Ein Hilfswachtmeister stürzt herein.„Her mit dem Arm!“ brüllt er. „Glaubst du, ich hätte es nicht gesehen? Ihr lumpigen Ausländer wollt
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