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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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,, Halt!" ruft der Beamte.

In drei Meter Abstand voneinander stellen sich die Gefangenen auf.

,, Frederik Ramm! Björn Simonäss!'

Ihr Anzug ist zerlumpt. Die gelben Streifen sind schmutziggrau. Um die Füße haben sie sich einige Lappen gewickelt. Die Holzpantinen schlenkern.

Rabbeler tritt aus dem Geschäftszimmer und sagt miẞbilligend: ,, Wie seht Ihr denn schon wieder aus. Sehen Sie sich bloß mal das Lumpenzeug an!" Er starrt den Gefangenen ins Gesicht.

Frederik und Björn folgen mir ins Besuchszimmer. Die Tür schließt sich hinter uns. Noch eben war der Blick glanzlos und müde. Nun leuchten die Augen auf, als der Pfarrer Frederik und Björn die Hand schüttelt und sie in ihrer Muttersprache anspricht.

Dann aber sehen sie sich um. Nein, kein Grüner ist im Zimmer. Und doch ist jemand zuviel da. Ein rascher Blick streift mich.

Mir gegenüber sitzt Björn, lang aufgeschossen und sehr bleich. Er kann noch keine zwanzig sein. Ein Zug um den Mund verrät, daß er zu schweigen versteht. Die Augen aber sprechen ihre eigene Sprache. Wäh­rend sie mich ernst ansehen, scheinen sie zu sagen: ,, Wie kann sich eine Frau zu solch einem Spitzelposten hergeben!"

Seit fast zwei Jahren ist Björn im Zuchthaus. Kurz vor dem Abitur ist er verhaftet worden.

,, Wie geht es dir, Björn?"

-

Der Pfarrer sieht ihn heute zum erstenmal. Doch es ist, als ob sich alte Freunde nach langer Zeit wiedersehen. ,, Danke gut!" Für einen kurzen Augenblick geht ein schwaches Lächeln über Björns Gesicht. Dann erstarrt es, und er sieht stumm vor sich hin.

,, Wohnst Du mit guten Kameraden zusammen?"

,, Ich wohne und arbeite auf einer Zelle allein." Nur zögernd, als falle ihm das Sprechen schwer, fährt er fort: ,, Ich bin schon lange allein

Eine Zeitlang war Björn in einem Außenkommando. In einer Baracke zusammen mit vierzig anderen Kameraden. Sie hatten Arbeit im Freien. Eines Tages versuchte Björn zu fliehen. Nach Haus? Nach Norwegen ? Nein! Zurück in die Anstalt. Zurück hinter die Mauern. Ein ungewöhn­licher Fluchtversuch. Björn wußte, warum er es tat; die Zustände im Außenkommando waren unerträglich. ,, Ich werde versuchen, euch Hilfe zu bringen", sagte Björn zu den Kameraden. ,, Ich will dem Anstaltsleiter berichten, wie es hier zugeht."

Die Antwort des Chefs: ,, Sechs Monate Einzelhaft."

Schon zwei Monate über die Zeit sitzt Björn allein. Um die Klappe über dem ,, Auge " ist eine Schnur gewickelt. Ein großes Schild ist daran befestigt: Ausreiẞer!

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