se 1d. )er sei or- fen
en. jen ten
ten len ern ten nes
sich
ihr die Be- en- ehr
ge- mer ıten ) zu gen Ge
cke. hen
Wenn wir einmal mit unserem Omnibus nicht weiter kommen konnten, halten mußten, dann sammelte sich um unseren Wagen gleich eine Menschen- menge, die alles Erdenkliche wissen wollte. Sie freuten sich mit uns, daf wir gerettet waren.
Viele Menschen fragten uns, ob wir den bekannten Fliegerhelden Möl- ders in unserem Lager gekannt hätten. Sie wollten eben alles wissen in ihrer Erregung über den jetzt aufgedeckten Nazischwindel.„Ja", mußten wir ihnen antworten,„sowohl Mölders und Galland waren im Februar 1945 im Lager Buchenwald ”.
Weiter ging die Fahrt,
Wir wurden umjubelt von Menschen, die seit Jahren auf den Zusammen- bruch des Hitler-Regimes warteten.
Den Höhepunkt des Jubels erlebten wir in Mannheim . Dort war auf einem mit Fahnen und Transparenten geschmückten Platz die Arbeiterschaft ver- sammelt, Begrüßungsansprachen wurden gehalten, eine Resolution wurde zur Verlesung gebracht. Die Feier endete mit einem Festessen in einem Be- triebe auf der Friesheimer Insel.
Ergreifend war es, wenn ehemalige Häftlinge ihre Angehörigen wieder sahen. Wir freuten uns mit ihnen,--- und wir mußten uns doch abwenden, denn---„wer wird denn weinen, wenn man sich wiedersieht”. Ebenso er- schütternd aber auch waren die Blicke, die Fragen der Menschen, die ver- geblich auf ihre Angehörigen warteten, weil sie entweder im Lager einerseits oder durch Kriegseinwirkungen andererseits umgekommen waren. Wie
schwer war es für uns, zu sagen,--- verhungert,--- erschossen,--- er- hängt,--- erwürgt.--- Wir sagten nur einfach:„Er ist nicht mehr!"--- Wir sagien es stockend und schwer.
„Er ist nicht mehr?---?"
Und dann sahen wir starre Blicke. Oft auch wie irre freudeglänzende Au- gen,--- irre,--- abwesend. Das waren die Augen, die den größten Schmerz verrieten. Langsam gingen diese Menschen fort. Unbeachtet.--- und doch beachtet. Wir gingen in Gedanken eine Strecke Weges zurück. Es war schmerzlich, in unserer Freude, bei allem Jubel--- Trauer zu erleben.
In Mannheim trennien wir uns von den Kameraden, die nach der Pfalz fahren mußten. Wir drückten uns die Hände, wir schauten uns an.
Uns hatte„treue” Kameradschaft verbunden.
Wir waren in der„N ot" Freunde geworden.
Wir wollten es bleiben!--- Jetzt erst recht. Hatte man uns durch Not und Qualen nicht trennen können, so sollte man uns nicht trennen können in der „Freiheit”. Wir woliten„einig" bleiben,„einer" Meinung sein. Die Kräfte der gefallenen Nazi-Opfer sollten sich in uns zusammenballen. Zu einer „Gemeinschaft”. Wir schwuren uns Treue.
Wir wollen, wenn einmal die Arbeiter wieder uneins sind, die Mahner werden.„Seid einig!"--- Bedenkt die Gefahren!
Dann ging es weiter. Ueber Berge und durch Täler der Heimat zu.
Und wie wird es in der Heimat sein?
Ankunft in der Heimat Am 5. Juni 1945, mittags 1 Uhr, die Sonne stand hoch am Himmel, betrat ich nach langen Jahren den Boden meiner Heimatstadt. Ueber den Stadt- toren meiner Heimat wehte die Trikolore Frankreichs , nicht mehr die Nazi-
Bi 181


