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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Und alle waren zum Schluß erschüttert. Vielen standen Tränen in den Au­gen. Wir Häftlinge wurden off gefragt, wir mußten noch manche Dinge er­klären. Aber auch so mancher verstehende und mitfühlende Blick traf uns.

Ganz besonders waren die Mitglieder des englischen Parlaments über die aus Menschenhaut gefertigten und zur Schau gestellten Lampenschirme, Handtaschen und andere Gegenstände erbost. Sie waren von dieser ge­meinen Schinderei so beeindruckt, daß sie beschlossen, die Gegenstände im englischen Parlament auszustellen.

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Freiheits - Appell

Herrliches Frühlingswetter herrschte am 13. April. Durch den Lautsprecher wurden uns allerhand frohe Weisen zum Morgengruß entboten. Die Häft­lingsmusikkapelle spielte ununterbrochen. Um 9 Uhr, so war verkündet, sollte der erste Freiheits- Appell" auf dem Appellplatz stattfinden. Wir hatten uns schmuck gemacht, denn es war ja für uns der langersehnte Feiertag. Der Feiertag für die Ueberlebenden der SS. - Barbarei.

Die Häftlinge hatten sich nach Nationen geordnet. Unter den Fahnen ihrer Nation marschierten die Häftlinge im festen Gleichschritt nach dem festlich geschmückten Appellplatz.

Was für ein herrliches Bild! Auf diesem Platz, wo einmal der Tod und das Grauen regierten, die Fahnen der Nationen flattern zu sehen!

Auf dem Kommandoturm wehten im Glanze der Frühlingssonne die Fahnen der alliierten Armeen.

Die antifaschistischen Kämpfer von 18 Nationen waren aufmarschiert vor einem Ehrenmal, dessen Transparente die Fahnen Amerikas , Englands und der Sowjetunion zeigten. Bilder zeigten die Köpfe der drei Großen", Roose­ velt , Churchill und Stalin . Darunter befand sich eine noch verdeckte Platte. Trommelwirbel setzte ein,--- Fanfaren ertönten. Die Tore des Lagers öffneten sich. Die Vertreter der Armeen der alliierten Staaten Amerika , England, Frankreich und Rußland betraten den Appellplatz. Ihnen voraus wurde eine großer Lorbeerkranz getragen, dessen Grün von Schleifen mit der Aufschrift, Den Toten" umschlungen war.

Das Ehrenmal war erreicht. Die Abordnung stand. Ein kurzes Kommando ertönte: Mützen ab zum Gebet". Während alle diesem Befehl nachkamen und ruhig und ergriffen dastanden, wurde die dem Ehrenmal verliehene In­schrift enthüllt.

, 51 000 Tote",

lasen wir. Die Soldaten legten den Kranz nieder. Die Kapelle spielte den Trauermarsch von Beethoven . Ergriffen standen wir. Tiefe Stille. Die Sonne lachte. Und die Fahnen senkten sich zur Ehrung der Toten.--

Dann trat der amerikanische Kommandant vor das Mikrophon. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. In deutscher Sprache erklangen die Worte: " Antifaschisten Buchenwalds! Amerika grüßt Euch und Amerika bewundert Euch. Wir werden Euch die allergrößte Hilfe zuteil werden lassen!"

Nach diesen Begrüßungsworten wurde eine von den Vertreten des inter­nationalen Lagerkomitees gemeinsam verfaßte Ansprache verlesen, die in fünf Sprachen übersetzt wurde. Sie lautete:

" Antifaschisten von Buchenwald ! Kameraden! Ihr seid hier aufmarschiert zum großen Freiheits- Appell. Unter uns die Soldaten der alliierten Armeen.

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