spürten unsere Glieder kaum mehr. Wir waren alle wie betäubt. Als wir nach einiger Zeit aufstehen sollten, zum Weitermarsch antreten, waren viele der Häftlinge erfroren, besonders von denjenigen, die unten im Schnee lagen.
Weiter ging der Marsch. Ich war mit meinen zwei Kameraden, mit welchen ich seit dem ersten Tage der Gefangenschaft zusammen war, an die Spitze gegangen. An die Letzten der Kolonne wurden die meisten Schläge ausgeteilt, weil die SS.- Bestien uns ja unaufhörlich weitertrieben aus Angst um ihr Leben. Wir marschierten einen ganzen Tag über Wiesen, durch Wälder, durch Dörfer und kleine Städte. Kein Mensch war auf der Straße zu sehen. Ueberall war es totenstill. Nur wenige Zivilisten blickten bei unserem Marsch verstohlen aus ihren Fenstern heraus. Inzwischen hatten wir auch Kanonendonner vernommen. Dieses Geräusch war die einzige Bekundung der näherrückenden Russen. Die SS. wurde wild. Man trieb uns in einen Wald. Erneut wurde, Halt" befohlen. Als meine Freunde und ich uns umblickten, sahen wir eine große Anzahl von Häftlingen, die weit in den Wald hineingetrieben wurden. Sie liefen mit erhobenen Händen. Plötzlich dumpfes Maschinengewehrgeknatter. Ein Kamerad nach dem andern sank getroffen zur Erde. Sie waren tot.
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Neben uns stand ein alter Volkssturmsoldat. Er war vielleicht 60 Jahre alt. Ergriffen blickte er uns an und sagte zu uns: Wenn wir jetzt hier so stehen, und hinter uns die Kameraden fallen, so sollten wir in stiller Andacht zu Gott beten, daß wir den Marsch überstehen, denn es besteht der Befehl, daß der, der nicht mehr mitkommt, erschossen werden soll. Ich werde nicht auf Euch schießen, denn ich weiß, daß Ihr dieselben Menschen seid wie wir." Rührend klangen diese Worte des alten Mannes. Im Wald jedoch erklangen noch ununterbrochen Gewehrschüsse. Die tröstenden Worte hallten in uns nach und gaben uns erneut Muf zum Durchhalten. Drei Tage und drei Nächte marschierten wir nun schon. Die beim Abmarsch zwei Kilometer lang gewesene Kolonne war wesentlich kleiner geworden. Wir befanden uns auf der Straße nach Teschen . Plötzlich kam ein Wehrmachtsmeldefahrer, der den Befehl überbrachte, wir sollten sofort den nächsten Bahnhof anlaufen, sonst würden uns die Russen einkreisen. Als wir diesen Befehl vernahmen, sandten wir Stoßseufzer zum Himmel:" Wenn uns die Russen doch nur einkreisen wollten!" 25 Kilometer war der nächste Bahnhof entfernt. Bis dahin mußte etwas geschehen sein. Die Angst der SS.- Banditen wurde größer und größer. Sie trieben uns mit der Peitsche an. Dieses verstärkte Antreiben war der Beweis ihrer Angst. Je weiter wir marschierten, je mehr waren die Gräben an den Seiten mit erschossenen Häftlingen angefüllt. Auch für uns vorn wurde die Situation durch das dauernde Antreiben immer unerträglicher. Auch wir konnten kaum noch laufen. Dazu kam der Hunger. Unsere Reserven waren aufgebraucht. Sonst aber war kein Essen ausgegeben worden. Arm in Arm marschierten wir dahin. Jeder zog und schleppte den andern mit.
Nach einer abermaligen Rast auf dem eisigen Schnee, der durch die starke Kälte hart gefroren war, setzten wir unseren Marsch zum nächsten Bahnhof fort. Der Himmel hatte sich blutrot gefärbt. Der Kanonendonner war deutlicher hörbar geworden. Flugzeuge warfen ohne Unterlab auf die Bahnhöfe Bomben herab. Die brennenden Häuser und das Feuer der einschlagenden Bomben erhellte die Nacht. Wenn die Flugzeuge mit ihren födlichen Bomben über uns hinwegflogen, trat für uns eine kurze Ruhepause ein. Da mußten wir uns auf die Erde legen. Der Einschlag der Bomben ließ die Erde erschüttern. Wir hofften immer mehr, daß nun die Zeit
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