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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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gen Minuten hatte ich meine Kameraden informiert. Die Folge war, daß keiner mehr Müdigkeit, keiner mehr Hunger verspürte. Die Freude war riesengrof. Sollte endlich die Zeit gekommen sein, auf die wir schon seit Jahren warteten? Sollte es endlich dazu kommen, daß wir aus dieser Ge­fahrenhölle befreit und der unsäglichen Quälereien durch die SS.- Banditen noch einmal entrinnen würden.

Es hieß, die Augen offen zu halten, denn das Ende konnte schnell kom­men. Es konnte gut sein, aber es hätte können auch schnell und schrecklich verlaufen.

Wir sagten uns, daß wir, die wir diese qualvollen Jahre überstanden hatten, nun auch ein Recht zum Leben besaßen. Schon kamen uns die Ge­danken, daß einmal die verantwortlichen Nazi- Banditen und deren Traban­ten auf den Anklagebänken sitzen müßten. Und wir wollten dann als Zeu­gen berichten, wie die Menschheit gequälf worden war.

Wetterleuchten am östlichen Horizont

Seif Monaten standen die Roten Armeen nur noch 80 Kilometer von uns entfernt, am Baranow- Brückenkopf. Seit Monaten warteten wir auf die Offensive, und lange Zeit schon warteten wir auf den Tag der Freiheit. Wir gerieten immer wieder aus der Hoffnung, aus dem felsenfesten Glauben, in Zweifel. Nur wer unschuldig hinter Gittern gelebt hat, abgeschnitten von der Welt, Verbote, Verbote, Verbote, gefesselt und im Wort ge­knebelt, kann unsere wechselnde Stimmung verstehen.

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Die Polen schwiegen. Wir erfuhren nichts Bestimmtes, immer nur Brocken, die uns zufielen. Aus absichtlich oder nur so nebenbei uns zugeworfenen Blicken schöpften wir Hoffnung oder kamen zum Zweifeln. Wir wollten doch leben, wir wollten doch nicht in letzter Minute noch sterben. Ich war doch noch so jung.

Am Morgen des 13. Januar 1945, es war kalt, und es lag hoch Schnee, da sagte uns der Lagerführer: Die russische Großoffensive haf begonnen!"-- Er schaute bei seinen Worten von einem Häftling zum andern. Ob er wohl eine freudige Miene, einen Hoffnungsschimmer erblicken könne. Aber wir waren schon lange auf diesen Moment gefaßt. Wir verrieten uns nicht. Wer so zur Beherrschung geschult wurde, wie wir, der hat sich in der Gewalt. Jetzt aber ging es um das Letzte. Als er uns alle gemustert hatte, ein zyni­sches Lächeln lag in seinen Mundwinkeln, und er zeigte seine grausamen Zähne, da fuhr er fort: Aber diese Offensive wird nicht lange dauern. Wir werden die Russen schon zurückschlagen!"

Und wieder schaute er von einem zum andern. Ob er Zweifel erkennen wollte? Zweifelte er gar schon selbst an allem weiteren Beginnen? War die Unruhe der Naziregierung, war das verzweifelte Tun schon bis in die unteren Schichten der SS. gedrungen? Sahen sie sich am Ende ihrer Ge­walttaten?

Die Auschwitzer Lagerleitung, diese Hauptverbrecher, hatten befohlen, daß ab sofort alle kriegswichtigen Arbeiten einzustellen seien. Auch das Schachtkommando mußte aufgelöst werden, die hierzu kommandierten Häft­linge wurden zu Lagerarbeiten herangezogen. In den Kohlengruben wurde weitergearbeitet. Die Behandlung durch die SS. - Banditen nahm Formen an, die klar die Absicht erkennen ließen, uns Häftlinge zu vernichten. Wir waren jetzt des Lebens nicht eine Minute mehr sicher. Bluthunde hetzte

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