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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Versteifung ohne Sorgfalt angebracht. Wir trugen die Schuld. Darum be­kamen wir eine Prügelstrafe zudiktiert. 25 Schläge.-- Die SS. - Bestien führ­ten diese Strafe, wie jede andere, mit Wollust durch.

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Wir hatten Schuld. -- Und die Wahrheit?-- Die Direktion glaubte selbst nicht mehr an einen Sieg ihres Führers". Befehlsgemäß war abgebaut worden. Fördern,-- fördern. Kohle ist Gold, ist Gold". Um dem Führer noch etwas vorzugaukeln, wurden Rekordziffern gemeldet.-- Zwecklos.-- Es bröckelte überall im Deutschen Bau".

Häftlingsrevier No. 2

Sohle 430 Meter

Um ständig Kohle zu fördern und keine Unterbrechung in dem Abtrans­port eintreten zu lassen, mußten die technischen Beamten der Grube dar­auf bedacht sein, immer wieder neue Reviere zum Abbau zu erschließen. Unser Revier, in dem wir Häftlinge bisher gearbeitet hatten, war nahezu erschöpft. So mußte auch jetzt ein neues Revier geschaffen werden, die Bohrmaschinen traten in Tätigkeit. Das Quitschen und Bohren verursachte schreckliche Geräusche. Die Ausbauhölzer wurden herangeschleppt und kurz darauf begann die Schrammaschine, die Kohle zu trennen. Den Wün­schen der Nazidirektoren und Steiger entsprechend, wurde dieses neue Revier nur mit Häftlingen besetzt. Häftlings- Spezialisten und Neuankömm­linge, alles war vertreten. Da ich im Revier 2 als einziger Häftling übrig geblieben war, die anderen fünf Leidensgenossen hatte man anderen Re­vieren zugewiesen, wurde ich zu dem Verantwortlichen", zum Häftlings­Steiger, ernannt.

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Ich erhielt damit eine sehr undankbare Aufgabe zugewiesen. Ein deut­scher Steiger und ein polnischer Steiger kontrollierten die Arbeiten. Erneut begannen die Doppelschichten, weil die Häftlinge nach Aussagen der deut­schen Bergbeamten nur die Hälfte Kohlen förderten als die Zivilisten. So mußten eben die Häftlinge in zwei Schichten dasselbe Pensum schaffen, was die Zivilisten in einer Schicht machten. Arbeiteten also die Zivilisten acht Stunden, dann mußten wir sechzehn Stunden arbeiten.

Dreißig Mal in jeder Schicht rannte ich das Revier hinauf und wieder hinunter und stieß mich jedesmal an die im Stollen liegenden Hölzer und Kohlen. Ich mußte bei meiner Arbeit jederzeit in der Lage sein, anzugeben, wie viel Kohle abgebaut worden war. Wir waren ein wahres Todeskom­mando. Der Verbrauch an Häftlingen war wesentlich größer als bei allen früheren Doppelschichten. Der Hunger nahm zu, der Mißmut stieg, denn auch für diese Doppelschicht bekamen wir keinerlei Zulage im Essen, außer ein halb Liter Rübensunpe.

Wohl hatte man uns versprochen, uns eine Kantinensuppe zu liefern und hohe Prämien für die anstrengende Arbeit auszuzahlen. Aber, es blieb nur bei dem Versprechen. Was aber war auch eine Prämie? Eine Prämie war ein Stück Papier , auf dem in klaren Worten kundgegeben war, daß dieses Stück Papier den Wert von zwei bis drei Mark hatte. Mit diesem Zettel konnten wir nach der Kantine gehen, um etwas zu kaufen. Aber was gab es da? Diese Kantine war in wahrhaft nationalsozialistischem Sadismus und als Hohn für die ausgegebene Prämie aufgezogen.

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