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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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nicht mehr hineingedrückt werden konnten, wurden einfach von außen mit dem Gewehrkolben totgeschlagen. Die brauchen nicht mehr zu baden", sagten die Massenmörder, im Himmel aber sind sie sich alle gleich". Freudestrahlend und mit sadistisch frohlockendem Herzen preßten die SS. - Helden alsdann die luftdicht abgeschlossene Doppeltür zu und betrach­teten die zum Tode Verurteilten durch ein kleines Fenster.

Mit quälender Langsamkeit wurden die Brausen geöffnet. Alles wartete in dieser Hitze und Enge auf das erfrischende Wasser. Alle wollten erfrischt werden, und-- wollten schnell wieder hinaus. Dann aber brach mit einem Male ein furchtbares Geschrei aus.-- Doch, durch die dicken Wände drang kein Lauf hinaus. Darum auch die luft- und schalldichten Doppeltüren. War­um aber das Geschrei?

Statt des erfrischenden Wassers drang aus den Brausen ein ganz feines, zischendes Geräusch.-- Ganz leise. Schschschsch!-- Das totbringende Gas. Sieben Minuten lang.-- Dann war alles Leben dahin. Aber bis das Leben der Unglücklichen beendet war, es dauerte" nur" sieben Minuten,-- es waren einfach unbeschreibliche, entsetzliche Qualen. Obwohl zum Umfallen kein Platz mehr war, brachen die Opfer nach und nach mit verzerrten Ge­sichtern zusammen. Ein Todeskampf.-- Aber jeweils ein Heldenkampf. Wer so etwas erlebt hat, gesehen hat, kann die Zuckungen, die Angst­verzerrung, das Atemholen, nicht vergessen. Die SS.- Bestien aber schauten durch die Gucklöcher und weideten sich, lachten und scherzten dabei. Sensible Frauen sollten sich so etwas nicht ausmalen. Und auch die Männer müssen stark sein, wenn sie so etwas erlebt haben und sich erinnern". Wenn das B a den" beendet war, begann die Arbeit der zu einem Son­derkommando zusammengestellten Häftlinge. Dieses Kommando trug den Namen Himmelkommando". Jedem hierzu herangezogenen Häft­ling war die Lagernummer auf die Stirn tätowiert", damit er sogleich zu erkennen war. Diese erhielten die beste Verpflegung für die Dauer ihres Lebens".-- Für vier bis sechs Wochen. Mit dieser Lebenszeit konnten sie nach Eingruppierung in das Himmelkommando" rechnen.-- Dann aber wurden auch sie gebadet-- vergast". Von diesen Häft­lingen ist niemand mehr am Leben. Sie sollten" nicht mehr länger leben, nicht später davon zeugen können, aber ich bin mir darüber klar, sie wollten" auch nicht mehr leben. Es wäre anzunehmen gewesen, dak sie alle einmal in geistige Umnachtung gefallen wären.

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Dann öffnete das Himmelkommando' die schwere Tür des Dusch "- Raumes. Zwei Häftlinge holten die Leichen heraus. Ein Dritter stand be­waffnet mit einer schweren Holzkeule bereit, den etwa noch zuckenden Opfern das Hirn zu zerschmettern.

Es gab Leidensgenossen, die auch nach sieben Minuten der Vergasung noch nicht ganz" tof waren, die sich heldenhaft gegen die Einatmung des schweren Giftes gewehrt hatten. Es wäre besser gewesen, sie hätten den Mund sofort weit geöffnet.

Andere Häftlinge griffen die Leichen und schnitten die Haare ab. Diese Haare wurden sofort in Säcke verpackt und nach Berlin geschickt. Dort sollte aus den Haaren neues Gift verfertigt werden.

Die nächsten Häftlinge wieder hatten die Aufgabe, die Finger, an wel­chen sich noch Ringe befanden, abzuschneiden, und die Gold- und anderen Edelmetallzähne mit Zangen aus dem Gebiß zu entfernen.

Dabei aber stand ein Häftlingsarzt, der darauf zu achten hatte, daß biologisch wertvolle" Leichen, wie Krüppel usw., dem rassen­biologischen Institut in Auschwitz zugeführt wurden.

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