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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Obhut, und ich ging sofort hinunter. Es dauerte nicht lange, dann hatte ich meine Mutter getunden. Die Freude war unbeschreiblich. Sie hatte die Fahrt besser überstanden, als ich geglaubt hatte. Sie erzählte mir dann, dak wenige Stunden nach meinem Abtransport auch alle übrigen Frauen und Männer weggekommen seien. Man hatte ihr erklärt, daß ich in die französische Armee für Indochina eingereiht worden sei. Indochina gehöre aber nicht zu Frankreich . Aiso habe sie auch kein Recht, sich auf eine solche Vergünstigung zu stützen.

Dieser Schwingel war ein neuer Beweis dafür, daß man es mit allen Mit­teln versuchte, die Insassen aus dem Lager Gurs hinauszubringen. Der Saal, in den meine Mutter eingewiesen war, hatte sich inzwischen mit Frauen und Männern getüllt. Ein Herr, der sich als Stubenäitester vorstellte, bat für einige Minuten um Ruhe. Er trug auf dem Rücken seiner Kleidung einen geiben Streiten, auf dem in französischer Sprache Judenfreund" vermerkt war. Dieser Mann sagte uns, daß wir morgen weitergeschickt würden. Um zehn Uhr müßten wir zur Kontrolle bereitstehen. Die Männer dürften dazu mitnehmen: einen Anzug, ein Hemd, zwei Unterhosen, 2 Paar Strümpfe und ein Paar Schuhe. Außer diesen Gegenständen Kleinigkeiten, die wir zum Leben benötigten. Verboten war es jedoch, Uhren, Nadeln, Rasierapparate, Gabeln und Scheren, wie auch andere spitze Gegenstände mitzunehmen. Zu den erlaubten Gegenständen wurde jedoch eine Decke gezählt. Mühselig hatten wir unser Gepäck aus dem Lager Gurs nach hier ge­bracht. Und nun sollte uns auch das Letzte noch genommen werden. Lang­sam begann man uns zu morden. Wir waren uns alle klar darüber, was diese Maßnahmen bezweckten. Erst wollte man uns ausrauben und dann, wenn wir aller Mittel bar waren, noch töten.

Ich ging dann in meinen Schiafsaal zurück. Ich war müde zum Umfallen. Kreuz und quer lagen Frauen und Männer, Greise und Kinder durchein­ander. Vielleicht vielleicht war es die letzte Nacht unseres Lebens. Wir schwankten hin und her, ob uns alles egal sein solle, oder ob wir mit zu­sammengebissenen Zähnen diesem Terror gegenüberstehen sollten.

Mitten in der Nacht begann eine Sirene zu heulen. Fliegeralarm!" Ich ging zum Fenster und schaute hinaus. Vor mir lagen die Dächer von Paris . Dahinter das gigantische Bauwerk des Eifelturms und am dunkelroten Him­mel, wie Geisterspuk, standen die hochgelassenen Sperrballone als Schützer von Paris .

Bereits im Jahre 1935 war ich einmal in Paris und war zu dieser Zeit von meinem Aufenthalt sehr begeistert. Damals war alles ruhig, es herrschte Frieden, und Paris weinte und lachte, wie es nur die Weltstadt Paris tun konnte.

Der Alarm war beendet. Es war ein falscher Alarm. Langsam ging ich nach meinem Schlafplatz zurück und es dauerte auch nicht lange, dann war ich eingeschlafen. Im Traum sah ich noch das Paris von einst, träumte ich noch von Tagen des Glanzes und des Glücks. In Wirklichkeit aber lag ich in einem kleinen Winkel, in einer Ecke, umgeben von vielen Leidens­genossen, im Schlafsaal des Konzentrationslagers von Drancy .

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Die Gestapo an der Arbeit

Es war gegen vier Uhr am andern Morgen, die Sterne standen noch am Himmel, da wurde laut gepfiffen. Der Tageskampf hatte erneut begonnen.

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