Es war inzwischen ganz finster geworden. Die Straßenlampen brannten schon. Kurz darauf flammten auch die Lichter in den Baracken auf. Die Posten hatten Befehl erhalten, die Leute in die Baracken zu schicken. Barackensperre war angeordnet. Eine ganz besondere Maßnahme, zu der nur in ganz dringenden Fällen gegriffen wurde. Jetzt versammelten sich die Menschen auf den Aborten, wohin sie allerdings nur mit Genehmigung der Barackenchefs gehen durften. Je länger die Jlot- Chefs fortblieben, desto mehr steigerte sich die Nervosität. Wenn ich auch davon nicht besonders beeindruckt wurde, denn ich kannte ja solche Zustände von Dachau , so überlief mich doch ein leichtes Frösteln.
Dann kam der Jlot- Chef zurück. Jetzt wurden die Barackenvorsteherinnen gerufen. Die Entscheidung stand bevor.-- Was folgte?-- Abtransport?-- Darüber waren sich alle klar.-- Aber wohin? Und wer?-- Einzeln? Oder mit Familie!-- Mit Gepäck-- oder ohne?-- Fragen über Fragen.-- Und immer wieder dieselben.
Da öffnete sich die Tür. Die Barackenvorsteherin traf wieder ein. Alles war verstummt. Man hörte deutlich die schweren Seufzer. Die Augen blickten gespannt geradeaus.
Die Barackenvorsteherin entfaltete ein Papier. Ihr Mund öffnete sich.-- Zögerte sie?- Wollte sie die Spannung vergrößern?-- Warum sprach sie nicht? Dann aber merkte ich, auch sie war so ergriffen, daß sie erst einiger Zeit der Sammlung bedurfte. Auch in ihren Augen standen Tränen. Langsam und unter Zucken begann sie zu sprechen:„ Die Personen, die ich jetzt aufrufe, haben sich zu morgen mittag 12 Uhr zum Abtransport bereit zu halten. Die Verpflegung stellt das Lager. An Gepäck kann jeder mitnehmen, soviel er will. Jedoch müssen alle Gegenstände in Kisten, Koffern oder Säcken gut verpackt sein.-- Bitte, aufmerksam zuhören!"
Und nun folgte Name auf Name. In alphabetischer Reihenfolge. Für den ersten Transport wurden nur Personen vorgelesen, deren Anfangsbuchstaben A- M waren. Also W war noch nicht dabei. Auch hatte ich festgestellt, dah die Frauen oder Männer, deren Angehörige in französischen Diensten standen, nicht aufgerufen waren. Das beruhigte mich sehr.
Die Unruhe ging natürlich weiter. An Schlafen war nicht zu denken. Ein Teil der Menschen war am Packen. Die anderen aber safen und starrten in die Luft.
Es war spät geworden. Ich entschloß mich, zu gehen. Kein Stern stand am Himmel. Ganz allein ging ich durch das Lager, dem Ausgang entgegen. Ich fragte im Vorübergehen noch im Büro nach neuen Meldungen. Dort sagte man mir, mein Kollege sei ins Büro bestellt, er wäre wohl schon auf dem Wege.
Als ich die Lagerkontrolle durchschritt, stand dort der alte Zivilposten, der mir, als ich das erste Mal nach der Pumpstation fuhr,„ viel Glück" gewünscht hatte. Wie ein Vater drückte er mir zärtlich die Hand. ,, Na", sagte ich zu ihm, jetzt sind wir soweit.-- Wissen Sie nicht, wohin es geht?"--
Als Antwort schüttelte er den Kopf und legte eine Hand auf meine Schulter, doch, nach einem Augenblick sprach er:„ Ja, das ist alles Hitler. Und ich glaube, nun will er die Intelligenz vernichten."
Ich schaute ihn groß an, das Wort vernichten" ging mir im Kopf
herum.
Wenn ich bisher aus dem Lager heraus war, so faßte mich das Gefühl: „ Ich bin frei!"-- Heute aber mußte ich an zahlreichen Posten vorüber. Ich stand also erneut unter Kontrolle. Auf halbem Wege traf ich meinen Kol
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