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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Frost sa so tief in der Erde, daß wir nur mit großer Mühe Gräber schau­feln konnten.

Nach Beendigung meiner Arbeit in der Secours- Suisse",-- inzwischen hatte auch die grimmige Kälte nachgelassen,-- arbeitete ich wieder in der Schreinerei. Um die nunmehr dringliche Arbeit, die Verschalung der Klosetts durchzuführen, hatte ich einige leerstehende Baracken abrasiert" und hatte dadurch auch die dringend erforderlichen Nägel erhalten. Jedoch,-- meine in bester Absicht für die Lagerinsassen ausgeführten Arbeiten hatten nicht viel Erfolg. Schon einige Tage später waren die Bretter wieder abge­rissen und zum Feuern verwendet.

Rückblick auf den Winter 1941/42

Wir hatten zum zweiten Male den Kampf gegen den General" Winter " überstanden. Einen Kampf ohne Waffen, aber auch ohne zureichende Be­kleidung und mit leeren Mägen. Die härtesten Tage und Monate des Jahres 1941/42 lagen hinter uns. Mit leichtem Gruseln dachten wir an die Tage der grimmigsten Kälte zurück, an welchen wir frierend und nur mit dünnen Män­teln bedeckt, in den Betten lagen. Es gab nur wenige Menschen im Lager, die keine Anzeichen irgendwelcher Erfrierungen trugen. Auch meine Mutter und ich hatten tiefe Löcher an den Füßen.

Schrecklich war es, daran zu denken, wie wir unsere Leichen in diesem Winter bestattet hatten. Einmal war der Boden so hart, daß keine Löcher ausgeworfen werden konnten, dann wieder hatte unverhofft starker Regen eingesetzt, der die ausgeworfenen Löcher mit Wasser füllte. Dann mußten wir die Särge in diese Wassergräben hinablassen, oder aber, was off genug vorkam, das eingelaufene Wasser war inzwischen zu Eis erstarrt, dann wur­den die Särge auf das Eis gesetzt und alles weitere wurde der Zeit über­lassen.

Der Friedhof hatte sich inzwischen zu einem ansehnlichen Gottesacker erweitert. Menschen aller Nationen und aller Religionen hatten dort ihre letzte Ruhe gefunden. Alles Opfer barbarischer Grausamkeiten.

Unter den ersten Hügeln lagen Kämpfer spanischer Nationalität. Es waren Helden des spanischen Bürgerkrieges, der 1938 beendet war. Diese Helden waren über die Grenzen ihrer Heimat in dieses Lager getrieben worden. Ihr Lager war es ja, Camp de Gurs". Für sie hatte Frankreich dieses Lager errichtet, für die Kämpfer gegen den Faschismus in Spanien .

Wir hatten sie uns zum Vorbild genommen, ihr Kampf war auch unser Kampf, ihr Glaube an die Freiheit und an die Befreiung war auch unser Glaube.

Die Tage des Frühlings waren gekommen. Im Glanze der Sonne lagen die ewig schneebedeckten Berge der Pyrenäen und die Heimat unserer spanischen Kameraden.

Optimismus und Pessimismus

Das Wetter ist bei vielen Menschen maßgebend für ihre Stimmung. Mehr als sonst aber traf dieses in unserem Lager zu. Wir lebten abgeschlossen von der Welt. Wir hatten keine Bücher, kaum Zeitungen und kein Radio.

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