Dreimal in der Woche waren wir verabredet. Ob es regnete oder ob es eine sternklare Nacht war, das spielte keine Rolle. Ich wartete off zwei bis drei Stunden unter dem Stacheldraht oder in einem Wassergraben. Off aber mußte ich der Verabredung fernbleiben, weil gerade Kontrolle war, und noch öfter blieb der Mann aus,-- oder, wenn er reichlich verspätet dennoch kam, brachte er nur zwei oder drei Kartoffeln. Wäre ich bei diesem nächtlichen Organisieren, von dem ich der Mutter ja nichts sagen durfte, erwischt worden, so hätte ich mit schweren Strafen rechnen können. Meiner Mutter sagte ich immer nur, es handle sich um Extrarationen. Auf jeden Fall aber half jedes kleine Stückchen zur Verlängerung ihres Lebens.
In dieser Zeit hatte die„ Gestapo " die gesamten Eisenvorräte im unbesetzten Teil Frankreichs beschlagnahmt. So war auch in meiner Werkstatt das Material ausgegangen, und neue Sachen konnten nicht beschafft werden. Die Arbeit,-- sagen wir lieber das Herumlungern,-- machte mir daher keinen Spaß mehr.
Da fragte mich eines Tages der Sekretär der„ Secours- Suisse", ob ich nicht einige Monate in der Gärtnerei arbeiten wolle. Als besonderes Lockmittel sagte er, ich bekäme ein fabelhaftes Essen. Sofort dachte ich an meine Mutter.
Ich sprach mit dem Jlot- Chef. Und nachdem ich ihm einen Schlossermeister besorgt hatte, der nun statt meiner die Werkstatt führen mußte, konnte ich in der Gärtnerei arbeiten. Trotzdem ging ich abends immer noch in die Werkstatt, denn ich wollte überall Anschluß behalten.
Die Arbeit in der Gärtnerei war nicht schwer. Das Essen war gut und ausreichend. Und ich vergaß bei dieser Arbeit in Luft und Sonne den Stacheldraht, der uns umgab. Inzwischen hatte sich, wir befanden uns bereits seit über einem Jahre im Lager, doch so manches geändert. Die Stacheldrähte zwischen und vor den einzelnen Jlots waren entfernt. Andere Wachmannschaften waren eingetroffen. Jetzt wurden wir von Elsässern und Lothringern bewacht, die keine„ Nazis " werden wollten und deshalb auf Hitler 'sche Anordnung aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Es waren durchweg gute Menschen, die das gleiche Elend, dieselbe Not und auch das gleiche Leid vereint hatten. Sie trugen blaue Uniformen mit einer weißen Binde und wurden„ Civil- Gardien" genannt.
Die Straßen und Wege waren von Freiwilligen instandgesetzt. So war es möglich, auch bei starkem Regen durch das Lager zu gehen.
Die Arbeit in der Gärtnerei ging ihrem Ende entgegen. Das Weihnachtsfest, das zweite, das wir in diesem Lager feierten, rückte heran. Ich half in der Küche der„ Secours- Suisse" und gab die Milch in den Krankenbaracken aus. Wenn ich bisher schon vie! Elend kennengelernt hatte, so erblickte ich hier aber erst das größte Elend. Hier lernte ich die Aermsten der Armen kennen und kam hier erst zu der Erkenntnis, wie glücklich man sich fühlen soll, wenn man gesund ist. Diese armen kranken Menschen konnten teils weder sitzen noch laufen, ja, manche von ihnen waren so schwach, daß sie kaum sprechen konnten. Wenn wir mit den Milcheimern kamen, spielten sich häufig rührende Szenen ab.
An den Festtagen waren meine Mutter und ich allein. Wir gedachten der Toten des vergangenen Jahres und hielten Rückschau über die überstandenen Leiden. So feierten wir in aller Stille. Auch das Neujahrsfest ging vorüber. Gleich darauf änderte sich ganz plötzlich das Klima. Die eingebrochene starke Kälte erfüllte uns mit trüben Hoffnungen für das neue Jahr. Ja, durch diese Kältewelle trat eine neue Sterbeepidemie auf. Die Kälte war so stark, daß alle Wasserleitungen eingefroren waren, und der
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