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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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dräuenden Wolken erheblich beitrug. Immer noch lebten wir unser ein­sames Leben in den dunklen Baracken.

Einige Lagerinsassen hatten allerdings schon Pakete und Briefe aus Frank­ reich erhalten. Hierdurch waren diese Vermittler zwischen dem Draußen und unserer Eintönigkeit geworden. Aus den Briefen erfuhren wir, daß die Welt erschüttert sei über die grausame Verschleppung der 10000 Badener-, Pfälzer - und saarländischen Juden, von denen Hitler in einem Abkommen mit Marschall Pétain lügnerisch erklärt hatte, es handle sich um Elsässer, die er nicht im Elsah behalten wolle. Wir erfuhren zu unserer Freude aber auch, daß sich Hilfsorganisationen bildeten, die sich unseres Lagers an­nehmen wollten.

So zog, wenn auch langsam, die Hoffnung wieder bei uns ein. Wo aber die Hoffnung einmal Fuß gefaßt hat, da greift sie, durch allerhand Gerüchte unterstützt, schnell weiter um sich. Dieses ganze Aufleben wurde noch durch die Errichtung der schweizerischen Einrichtung Secours Suisse" unter­stützt.

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Wir fühlten uns jetzt nicht mehr allein, von aller Welt abgeschnitten, wir wußten nunmehr, daß es Menschen gab, die uns nicht umkommen lassen wollten.

Der erste greifbare Erfolg dieser auch von vielen anderen Staaten unter­stützten Hilfsaktion, war die gründliche Untersuchung der Jugendlichen. Die Bedürftigen, es war der größte Teil der untersuchten Jugendlichen, er­hielten eine Essenzulage verordnet. Auch ich gehörte dazu. Für diese Speisung war eine eigene Baracke eingerichtet. Die Zulage bestand täglich aus: Ein drittel Liter Pudermilch, 30 g Marmelade und einigen Keksen. An Abwechslung fehlte es nicht. Als einige Zeit vergangen war, erhielten wir ab und zu Schweizer Käse, Dörrobst oder Oliven und ferner staff Milch öfter eine dicke Gemüsesuppe. Die Ausgabe fand jeden Morgen um 9 Uhr statt. Noch heute gedenke ich in lebendigem Dank der Schweizer Schwester Elsbeth, die die Ausgabe leitete, persönlich die Milch zuteilte und trotz ihrer anstrengenden Tätigkeit immer noch nette Worte für uns fand.

,, Bitte, Schwester Elsbeth,- ach bitte- Schwester Elsbeth", dazu die vielen, vielen Fragen. So drang es von allen Seiten auf sie ein. Jedem erteilte sie Raf, gab Auskünfte, machte sich Notizen. Und jeder hatte sie in sein Herz geschlossen. Schwester Elsbeth war eine viel geliebte Frau.-- Unbewußt war sie das. Nach jeder Speisung sangen wir noch einige frohe Lieder. Diese machten unser Herz frei und empfänglich. Nur ungern frennten wir

uns.

Schwester Elsbeth war aber nicht nur für uns da. Sie war wirklich auf­opferungsbereit, und es ist nicht übertrieben, zu sagen, daß sie Tausenden das Leben gerettet hat. Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, war sie unterwegs. Sie brachte den Kranken das Essen in die Baracken und half, überall da, wo Hilfe nottat. Sie hatte mit ihren Baracken inmitten der Wüste eine Insel des Glücks geschaffen.

Ich hörte sie einmal auf eine an sie gestellte Frage, wie sie das alles schaffen könne, antworten:" Mein Leben ist dazu da, um den Armen zu helfen". Aber bei diesen Worten war mir dennoch, als hätte sich eine weh­mütige Falte um Schwester Elsbeths Mundwinkel gebildet.

Trug auch sie inneres Leid?

Einige Zeit später, als besonders der Gesundheitszustand der Alten stark in Mitleidenschaft gezogen war, wurde auch noch die amerikanische Hilfs­organisation Quäker" errichtet. Sie verteilte an die Aelteren täglich ein drittel Liter Hülsenfrüchtesuppe und einige Kekse. Meine Mutter und

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