" Tschsch, tschsch-- tschsch", ging es dazwischen in einem fort. Der Qualm der Lokomotive drang durch alle Ritzen und Fugen. Obwohl wir die Fenster geschlossen hatten, roch es nach Ruf.
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Alles, Ru, Regen, Sturm und die Melodie des Wetters pakten zu unserer Stimmung. In uns stürmte und tobte es. Die Freude hatte sich beruhigt. Flammende Blitze zuckten,-- Donner rollten,-- dazwischen Hagel, wir merkten es an dem Rauschen auf unseren Wagendächern.
Es war dunkel geworden.
Wir sahen nichts mehr.
Mit einem Male aber wurden wir durcheinandergerüttelt. Wir bogen mit einer großen Kurve ab von der Hauptstraße.-- Eingleisig. Die Bahnstrecke war schmäler geworden. Rechts und links hohe, sich hin- und herneigende Bäume. Ueber uns der zuckende Himmel.
In weiter Ferne sahen wir, als der Wald durchfahren war, Lichter voraus. Es mußte ein Bahnhof sein. Wir packten unsere Koffer. Die Lichter kamen näher. Sie wurden größer. Die Bahngleise verzweigten sich. Der Zug hatte sein Tempo verlangsamt. Die schwerste Steigung war überwunden. Tschsch, tschsch,- tschsch", machte die Lokomotive. Und nach einer Weile langten wir an.
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„ Oloron St. Marie ", verkündeten große schwarze Buchstaben auf weiß überstrichenen Mauerteilen. Der Zug hielt. Französische Gendarmen öffneten die Türen und wiesen uns an, auf die andere Seite des Bahnhofes zu gehen. Dort standen Autos. Wir nahmen Großmuttter in die Mitte und hatten bald darauf eines der offenen Autos bestiegen. Viele Männer und Frauen waren zu schwach, sie mußten getragen werden. Eine kurze Zeit hatte der Regen nachgelassen. Es wütete nur ein langsamer" Sturm. Aber nicht lange.-- Dann ging es von neuem los.-- Blitze, Donner, Sturm, Regen und Hagel. Dicht zusmmengedrängt standen wir auf den offenen Wagen. Spanier,-- bewacht von Gendarmen,-- brachten uns ins Lager. Wir waren in wenigen Minuten bis auf die Haut durchnäht, nichts bot uns Schutz gegen den strömenden Regen.
Auch mußten wir uns gegenseitig festhalten. Wir wurden durchgerüttelt, denn die Wagen wurden in einem Tempo gefahren, als wollten die Fahrer ein Rennen gewinnen. Aber,-- es war wohl gut gemeint. Man wollte uns schnell in trockenen Schutz bringen.
Die befahrene Straße stieg und fiel wieder ab. Es ging durch enge Strahen eines Dorfes. Der Regen hatte mal wieder aufgehört.
In einiger Entfernung vor uns lag das Lager. Wie ein Negerdorf in der Wüste." Ohne Baum und Strauch, auf einer großen Ebene. Lange Holzbaracken mit schwarzen Dächern. Baracke an Baracke.
Wir waren am Ziel. Die Fragen nach dem" Wohin" waren gelöst. Aus großen Steinen waren die Buchstaben zusammengesetzt: Camp de Gurs 1935."
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Fünf volle Tage hatte
diese Elendsfahrt gedauert. Fünf Tage der härtesten Entbehrung waren vergangen, Tage, wie sie kaum ein Mensch erlebt hat. Und wie hatte das Wohin?" gequält.-- Jetzt aber, wo wir am Ziel waren, machte uns der trostlose Anblick des riesigen Lagers wieder traurig.
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