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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Das Weihnachtsfest 1938 war herangekommen. Mit stiller Wehmut ge­denke ich noch heute des armseligen Weihnachtsbaumes, der auf dem Ap­pellplatz aufgestellt war.

Sonst aber unterschieden sich die Festtage nicht viel von anderen Tagen. Die Strafkompanie arbeitete, und wir mußten marschieren,

schieren".

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Gegen neun Uhr morgens, wie an gewöhnlichen Sonntagen auch, rief man sämtliche Pfarrer zum gemeinsamen Kirchgang". An diesem Tage führte man sie zum Gerätehaus. Dort wurden Schaufeln und Besen aus­gegeben, auch einige zweiräderige kleine Wagen wurden den Pfarrern übergeben.

Unter Führung der Häftlingsmusikkapelle, die das Lied Duschwar­zer Zigeuner" spielte, ging es nach den Aborten. Kein Pfarrer und Bibelforscher hat sich dieser Arbeit entzogen, und doch wurden auch hier­bei ständig Fußtritte oder Schläge ausgeteilt.

Nach sorgfältiger Reinigung der Aborte wurden anfireligiöse Lieder ge­

sungen.

Und damit war der Kirchgang" beendet.

Neben der Musikkapelle waren auch jüdische Sprechchöre aufgestellt. Diese Sprechchöre mußten verkünden:

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, Wir haben die Schuld an der Ermordung des von Rath in Paris , wir sind Devisenschieber, wir sind Rassenschänder, wir sind Banditen!"

Das alles aber gehörte zum Kirchgang".

Es dürfte genug sein, unsere Qualen nur anzudeuten, die wir erlitten. Wir waren wehrlos der Hitler - Soldateska überliefert.

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Heinrich Himmler und Julius Streicher in Dachau

Im Januar 1939 machte uns" der intriganteste Intrigant", Heinrich Himmler einen Besuch. Wie immer machte dieser verstockte Freund des Führers Hitler den Eindruck eines nicht allzu begabten Handlungs­reisenden. Und in dieser verstockten Seele hatte sich die Bestialität der ganzen Welt vereinigt.

In seiner Begleitung befand sich der Herausgeber des vom größten Teile der Deutschen abgelehnten Schundblattes Der Stürmer ", Julius Streicher . Selbstverständlich war vorher eine Generalreinigung vorgenommen wor­den, wurde an diesem Tage eine bessere Suppe verabreicht,-- waren alle Anordnungen, die von der Lagerleitung aus eigener Vollmacht er­gangen waren und gegen zentrale" Anordnungen verstießen, aufge­hoben. Man kennt das ja!

Mit unserem eigenen Geld mußten wir Beize und Wachs kaufen, um damit die Zimmer, die Böden und die Einrichtungsgegenstände auf Hoch­glanz" zu bringen. Ueberall waren Reinigungskommandos an der Arbeit. Kein Stroh- oder Grashälmchen durfte auf den Straßen zu finden sein, denn--

Himmler kam doch ganz unverhofft, unerwartet. Nach dem Ein­treffen dieser beiden hohen Gäste" wurden die Wohnblocks besich­tigt, die sich zuvor in einem total verwahrlosten Zustande befunden hatten, jetzt aber nicht wieder zu erkennen waren. Ganz besonderes Interesse zeigte Himmler für den Bettenbau.

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