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Das Weihnachtsfest 1938 war herangekommen. Mit stiller Wehmut gedenke ich noch heute des armseligen Weihnachtsbaumes, der auf dem Appellplatz aufgestellt war.
Sonst aber unterschieden sich die Festtage nicht viel von anderen Tagen. Die Strafkompanie arbeitete, und wir mußten marschieren,
schieren".
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Gegen neun Uhr morgens, wie an gewöhnlichen Sonntagen auch, rief man sämtliche Pfarrer zum gemeinsamen Kirchgang". An diesem Tage führte man sie zum Gerätehaus. Dort wurden Schaufeln und Besen ausgegeben, auch einige zweiräderige kleine Wagen wurden den Pfarrern übergeben.
Unter Führung der Häftlingsmusikkapelle, die das Lied Duschwarzer Zigeuner" spielte, ging es nach den Aborten. Kein Pfarrer und Bibelforscher hat sich dieser Arbeit entzogen, und doch wurden auch hierbei ständig Fußtritte oder Schläge ausgeteilt.
Nach sorgfältiger Reinigung der Aborte wurden anfireligiöse Lieder ge
sungen.
Und damit war der Kirchgang" beendet.
Neben der Musikkapelle waren auch jüdische Sprechchöre aufgestellt. Diese Sprechchöre mußten verkünden:
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, Wir haben die Schuld an der Ermordung des von Rath in Paris , wir sind Devisenschieber, wir sind Rassenschänder, wir sind Banditen!"
Das alles aber gehörte zum„ Kirchgang".
Es dürfte genug sein, unsere Qualen nur anzudeuten, die wir erlitten. Wir waren wehrlos der Hitler - Soldateska überliefert.
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Im Januar 1939 machte uns" der„ intriganteste Intrigant", Heinrich Himmler einen Besuch. Wie immer machte dieser verstockte Freund des Führers Hitler den Eindruck eines nicht allzu begabten Handlungsreisenden. Und in dieser verstockten Seele hatte sich die Bestialität der ganzen Welt vereinigt.
In seiner Begleitung befand sich der Herausgeber des vom größten Teile der Deutschen abgelehnten Schundblattes„ Der Stürmer ", Julius Streicher . Selbstverständlich war vorher eine Generalreinigung vorgenommen worden, wurde an diesem Tage eine bessere Suppe verabreicht,-- waren alle Anordnungen, die von der Lagerleitung aus eigener Vollmacht ergangen waren und gegen zentrale" Anordnungen verstießen, aufgehoben. Man kennt das ja!
Mit unserem eigenen Geld mußten wir Beize und Wachs kaufen, um damit die Zimmer, die Böden und die Einrichtungsgegenstände auf„ Hochglanz" zu bringen. Ueberall waren Reinigungskommandos an der Arbeit. Kein Stroh- oder Grashälmchen durfte auf den Straßen zu finden sein, denn--
Himmler kam doch ganz unverhofft, unerwartet. Nach dem Eintreffen dieser beiden hohen Gäste" wurden die Wohnblocks besichtigt, die sich zuvor in einem total verwahrlosten Zustande befunden hatten, jetzt aber nicht wieder zu erkennen waren. Ganz besonderes Interesse zeigte Himmler für den Bettenbau.
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