Druckschrift 
Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
Seite
8
Einzelbild herunterladen
  

--

Nach Stunden schlief ich ein.- Als ich am andern Morgen erwachte, bleischwer waren meine Glieder, war der Himmel, wie am Tage zuvor, mit grauen Wolken bedeckt. Es folgten Regenschauer.

Als ich einigermaßen zu mir gekommen war und meine Augen klar ge­rieben hatte, erklang wieder die Stimme des Radioansagers in meinen Ohren. Wie hypnotisiert stellte ich das Radio ein. Als wenn ich es erwartet hätte, ertönte schon nach wenigen Minuten eine Stimme:" Wir bringen eine Sondermeldung: Der durch jüdische Mörderhand schwer verletzte von Rath ist trotz Aufbietung aller ärztlichen Hilfe seinen Verletzungen in einem Pariser Krankenhaus erlegen." Dann erklang das Lied vom" Guten Kame­raden".

Eine Minute Funkstille zum Gedächtnis des Verstorbenen wurde ange­kündigt.

Ich saf wie gebannt vor meinem Radioapparat und fragte mich immer wieder:" Was wird nun werden?" In der Folge wurden viele deutsche Pressestimmen verlesen, die alle die Forderung enthielten, nunmehr müsse schärfste Vergeltung einsetzen. Weiter wurde die Schließung aller jüdischen Geschäfte im Reich und die Verschickung der Juden nach Palästina gefordert.

Milli erleg

Di

raste

Welf schre

Tro

ging chen mein

nur n

Pogrome

Während Dr. Goebbels auf der einen Seite durch Rundfunk und Presse diese Meldungen verkünden ließ, gab er im Geheimen den Befehl zum Los­schlagen.

Noch war mir nicht bekannt, wie sich das Losschlagen auswirken würde. Aber nach wenigen Stunden war ich um Vieles wissender. In ganz Deutsch­ land wurden alle männlichen Juden im Alter von 16 bis 60 Jahren verhaftet. Die jüdischen Gotteshäuser wurden niedergebrannt und zerstört. Die Kir­chenheiligtümer wurden geraubt. Zugleich vergriffen sich Mitglieder der SA. und SS., die Hauptverantwortlichen dieser Aktion, an den Toten. Die jüdischen Friedhöfe wurden verwüstet. Die Verfolgung der jüdischen Frauen und Kinder setzte ein. Und der Generalangriff auf die jüdischen Geschäfte und Wohnungen begann. Dann folgten Plünderungen und Grausamkeiten, die nicht wieder gutzumachen sind.

Als die Geschäfte geleert und ein Teil der Geschäftseinrichtungen auf die Straße geworfen war, drang man auch in die Wohnungen der Juden ein, warf die Betten hinaus, schnitt die Federbetten entzwei, wodurch die Federn streckenweise wie Schnee die Straße bedeckten, man demolierte die Möbel und verga dabei auch nicht, Gold, Silber und sonstige Wertgegenstände mitzunehmen.

Nach Beendigung dieser Gewaltmaßnahmen hatten die Nazis ihre bestia­lische Wut ausgetobt und Dr. Goebbels lief durch Presse und Rundfunk er­klären: Wenn noch weitere Unruhen gegen die Juden stattfinden sollten, werden sofort polizeiliche Aktionen durchgeführt, und gegen jeden Ruhe­störer wird mit aller Strenge des Gerichtes eingeschritten. Es darf kein Volks­vermögen zerstört werden." Dies alles, nachdem von einst prachtvollen Synagogen in allen Städten des deutschen Reiches nur noch Ruinen vor­handen waren. Aber weiter ließ Goebbels energisch erklären:" Zur Wieder­herstellung völliger Ruhe und Ordnung befehle ich, daß mit sofortiger Wir­kung alle jüdischen Geschäfte zu schließen sind und daß ferner den jüdi­schen Einwohnern unseres deutschen Reiches eine Gesamtstrafe von einer

roten

Spey

hinei

fragte

wir?

dann

derer

derer

ohne

Dann

zu 80

Zeit

das S

um u von i

Als

" Sie

gab

öffnet mehre

aus e

hinau

Name

Gesch

Autos

Aus d

in ein

waren

Frage

Die

Tore

sich g

Die

SS. wa

guter

Und

Zum B

8