„Milch“ daraufstand. Das wißt ihr ja alle Ihr wißt, daß diese Papiere die Lebensmittelkarten sind.
Vor dem Kriege gab es keine Lebensmittel- karten. Man konnte in ein Geschäft gehen und sagen:„Geben Sie mir bitte einen ganzen Schul- tornister voll Bonbons.“ Oder:„Geben Sie mir bitte hundert Tafeln Schokolade und hundert Eier und eine ganze Einkaufstasche voll Butter und tausend Apfelsinen.“ Das konnte man sagen. Und man bekam es auch wirklich. Natürlich nur, wenn manGeld hatte, um dieSachen zu bezahlen. Da war es also wie im Schlaraffenland? Nein, das war es nicht. Die meisten Leute hatten nicht so viel Geld, um sich alles zu kaufen, was sie gern haben woll- ten. Es gab Leute, die sich beinahe gar nichts kaufen konnten, weil sie arm waren. Aber sogar den meisten armen Leuten ging es damals besser als im Kriege und auch besser als nach dem Kriege. Und den allermeisten Leuten ging es viel,
‚ viel besser. Erst als der Krieg kam, wurde es anders. Es wurden nur noch wenige Sachen von einem Land ins andere gebracht. Und durch den Krieg wurden viele Fabriken zerstört, und man konnte viele Sachen nicht mehr machen, die man vorher gemacht hatte. Viele Fabriken mußten auch andere Sachen machen als vorher. Sie hatten vor- her Kleider für Kinder und große Leute gemacht. Jetzt machten sie Uniformen, und es gab nicht
186
4 N y


