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Drei Kinder kommen durch die Welt / Walter Pollatschek
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sorgte dafür, daß Doris und Silvia schnell schlafen gingen. Beim Ausziehen erzählte er ihnen noch, daß sie ein Schwesterchen bekommen hätten.

In den nächsten Tagen waren Doris und Silvia mit dem Vater allein. Er kochte und spülte und sorgte, daß die Kinder richtig angezogen waren. Nur die Zöpfe konnte er ihnen nicht flechten. Das machte eine Nachbarin.

Nachmittags fuhr der Vater nach Frejus zum Krankenhaus, wo die Mutter mit dem Schwester- chen war. Die Kinder mußten ihm versprechen, brav und vernünftig zu sein und zu Hause zu spielen. Sie blieben ja ganz allein zu Hause. Der Vater wollte auch nicht lange fortbleiben. Aber es war freilich weit bis zum Krankenhaus in Frejus .

Einmal durften Doris und Silvia auch mit dort- hin. Sie konnten ihr Schwesterchen sehen. Es hieß Konstanze und war ganz, ganz klein. Blaue Augen hatte es und blonde Härchen, und ganz, ganz win- zige Füßchen und ganz, ganz winzige Händchen, und die Nägelchen daran waren so klein, daß man es gar nicht sagen kann. Sie sahen aus wie zier- liche kleine Blütenblätter. Es war gerade wie eine lebendige Puppe, das Schwesterchen, und Doris und Silvia konnten es gar nicht genug anstaunen und bewundern. Es war so niedlich, Und es war noch ein kleines Dummerchen. Nicht einmal die Mutter kannte es, und den Vater und die Schwe-

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