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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
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sieht man und hört man nichts von ihnen, bis sie eines schönen Sommermorgens auf dem öffentlichen Markte zum Vorschein kommen, großgewachsen, gleich dem Adler des obersten Gottes, und mit Blitzen in den Krallen. Was ist denn ein halb oder gar ein ganzes Jahrhundert? Die Völker haben Zeit genug, sie sind ewig; nur die Könige sind sterblich. S. 21: Aus der Rede vor Gericht. Nach: Die Rechte des deut­schen Volkes. Dr. J. G. A. Wirths Verteidigungsrede vor dem Schwurgericht zu Landau, nebst einer biographischen Skizze. 7. Auflage, Frankfurt a. M. 1864. S. 200-204.

WOLFF Wilhelm . Geboren 1809 in Tarnau( Schlesien ). Als Student wurde er Mitglied der Burschenschaft , was 1834 zu seiner Verhaftung führte. Jahrelang wurde er durch Gefäng­nisse und Festungen geschleppt- in Silberberg befreundete er sich mit Fritz Reuter-, bis die Gesundheitsschäden ihm Be­gnadigung einbrachten. Bald stand er erneut im politischen Kampf gegen die Willkür der Zensur und gegen die tyran­nische Unterdrückung des werktätigen Volkes. Der wieder drohenden Verhaftung entkam er nur durch die Flucht, und bis 1848 lebte er besonders in Brüssel und gehörte dann zur Redaktion der ,, Neuen Rheinischen Zeitung ". Die neuerliche Emigration verschlug ihn in die Schweiz , von der er nach England weiterwandern mußte. Der ,, kühne, treue, edle Vor­kämpfer des Proletariats", dem Marx das ,, Kapital" wid­mete, starb im Exil in Manchester im Jahre 1864.

S. 112: Aus: Die Schlesische Milliarde. Nach: Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Franz Mehring. Berlin 1909, S. 84 und 122.

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