„Bitte, liebe Frau Herwegh, schicken Sie mir durch die Über- bringerin dieser revolutionairen ‚Schnurre‘ für Ihren lieben Mann den Roman von der George Sand, von dem wir neu- lich sprachen. Und wenn Sie dieser geistigen Unterlage noch die bewußten materiellen hinzufügen wollten, so würden Sie mir einen großen Gefallen thun. Die Kriegsnoth ist zwar noch nicht angebrochen; ich möchte mich aber doch gern etwas frühzeitig verproviantiren, Leben Sie wohl! Ihre Jenny Marx . Eben fällt mir ein, daß es doch wohl nicht rathsam ist, das zarte Gewissen einer französischen Zofe mit den bewußten Gegenständen und gar noch am hellen Tage zu belasten. Könnten Sie sie nicht vielleicht Freund Constant aufbürden? (Bei ‚Freund Constant“ handelt es sich um Abb& Alphonse Louis Constant, 1810—1875.- Herwegh war zu dieser Zeit der„Krösus“ unter den Flüchtlingen.)
MARX Karl . Geboren 1818 in Trier . 1843 verließ er nach dem Verbot der„Rheinischen Zeitung‘‘ Deutschland . Aus Paris wurde er 1845 ausgewiesen, er blieb danach in Brüssel und London . 1848 kehrte er nach Deutschland zurück und leitete mit Engels die„Neue Rheinische Zeitung ‘. Das Blatt wurde im nächsten Jahr verboten, und Karl Marx erhielt den Aus- weisungsbefehl. Über Paris ging er erneut als Flüchtling nach London . Er starb hier, nach fast vierzigjährigem Exil, im Jahre 1883.(Vgl. die Rede von Engels S. 120.)
S.60: An Arnold Ruge . Nach: Deutsch -Französische Jahr- bücher. Herausgegeben von Arnold Ruge und Karl Marx . Paris 1844, S. 17-18.(Aus: Ein Briefwechsel von 1843.)— Marx kann nur mit allem Vorbehalt als Autor bezeichnet werden, Engels schrieb 1890, daß ‚„‚Ruge ihn zurechtredigiert und allerlei Blödsinn hineingesetzt‘‘ habe. Vgl. die Einleitung zur Marx/Engels -Gesamtausgabe, erste Abteilung, I/2, S.XXXVII ff. Ruge hatte schon am 19. 12. 1843 Julius Fröbel mitgeteilt, daß er für die Jahrbücher„‚noch einige Briefe nach Originalen von Bakunin, Feuerbach, Marx und mir“ geschrieben habe.(Vgl. Werner Näf: Das Literarische Comptoir Zürich und Winterthur, Bern 1929, S. 59.) In der MEGA findet sich der Brief in der ersten Abteilung I/ı
S. 557.


