wegen der freiheitlichen Gesinnung seiner ,, Unpolitischen Lieder des Amtes enthoben. Er führte danach ein Flüchtlingsleben in den deutschen Staaten und trug sich mit Plänen, nach Texas zu gehen ,,, um einmal zu sehen, wie es sich ohne Polizei und Zensur lebt und schreibt".( Brief an Robert Prutz vom 24. 7. 1846). In dem Gedicht ,, Die deutschen Heimatlosen an ihre Brüder" schilderte der Dichter diese Art der Emigration:
Wie furchtbar ist's, wie grausend!
Ach, fünfundzwanzigtausend,
Die irren heimatlos durchs Vaterland,
Von Ort zu Ort vertrieben und verbannt.
Wobei er ausdrücklich bemerkte, daß die Zahl 25000 auf amtlichen Angaben beruht. Nach 1848,, flüchtete" er sich in wissenschaftliche Arbeit, wurde 1852 aus Trier , 1853 aus Han nover ausgewiesen und stand lange Zeit unter polizeilicher Beobachtung. Er starb im Jahre 1874 auf Schloß Corvey an der Weser .
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S. 49: Wiegenlied. Nach: Gesammelte Werke in acht Bänden, herausgegeben von Gerstenberg. Berlin 1890/93. IV, S. 222 bis 223. Das Thema der Wiegenlieder ist in der deutschen politischen Dichtung von Platen bis zur Gegenwart besonders häufig zu finden. Vgl. als weitere Beispiele aus der großen Zahl die Gedichte von Pfau und Becher.
S. 56: Trostlied eines abgesetzten Professors. Nach der gleichen Ausgabe, I, S. 57-58. Vgl. den Brief Hoffmanns an seinen Freund Freiligrath in London vom 29. 11. 1846: ,, Das deutsche Gelehrtentum ist selbst unter günstigen Verhältnissen nur immer ein glänzendes Elend, reich an Hoffnungen, noch reicher an Entbehrungen und Bedürfnissen aller Art. Ich stieg zu der höchsten Höhe, die ein deutscher Gelehrter erreichen kann, ich war Professor ordinarius und fiel wieder herab und wurde nur glücklicher dadurch, nachdem ich Amt und Gehalt verloren hatte. Nun lebe ich freilich frei von amtlichen Beziehungen, von jedem Staatszwange, aber ich bin abhängig geworden von der Güte meiner Freunde, denn auf eigene Hand vermag ich nicht zu leben."
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