JOHANNES R. BECHER 1939
IN Der Jude
Il) Er ständ gefangen da in ihrem Haufen.|
If„Was bist du?! Sag: Ich— bin ein— Juden— schwein.““
_ Es wurde still. Er hörte nur ein Schnaufen. Wie lange wird es noch so stille sein?!
Er horchte, um die Antwort dort zu finden
Il] I) In dieser Stille: sag, was bin ich, sag! ni Schon sah er um sich her den Haufen schwinden.
Da holte einer aus zum ersten Schlag:
„Was— bist- du? Ein- verfluchtes— Juden—“ ‚Nein!‘ Warf der Gefangene sich dem Schlag entgegen. —© würde es noch einmal stille sein.
INN) Dann wüßte ich-... Und unter ihren Schlägen
Wuchs er empor, und wie er höher ragte Als alle rings, da sah er weit um sich
Die Welt. Es war die Welt, die ihn befragte: „Was bist du, sag! Wir alle hören dich.‘“
„Ich bin-, ich— bin— ein—“ O welch jubelnd Glück Dies Wort, es riß ihn los aus ihren Banden!
Da wichen sie entsetzt vor ihm zurück, Als sei ein Geist vor ihnen auferstanden—
N„Ein— Mensch! Ich- bin— ein— Mensch!“ O neugeboren L Ward hier der Mensch in seiner Folterqual.| il Es brauste seinen Henkern in den Ohren, | Als hörten sie dies Wort zum erstenmal,


