Als er Paris sieht- fallen schon die Blätter- Herbstlich umfriert es seine wunde Brust-
Der Eiffelturm erscheint ihm wie ein Retter- Des Lebens Dunstkreis faßt nach ihm wie Lust!
Er stiehlt sich in die ersten Straßen, zitternd,
daß ihn kein Wachmann sieht.- Rennt kreuz und quer-
Mit allen seinen Sinnen Leben witternd,
dreht er die Taschen um- doch sie sind leer.
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Ein Bettler, bartverwildert, irrt er-irrt er- von Bar zu Bar.- Ergattert wo was liegt- Treibt ihn der Hunger- girrt er, girrt er, girrt er schauspielerhaft! und dankt wenn er was kriegt.
Nachts unter Brücken mit den Allerärmsten hüllt er sich im November in Papier. -
Träumt von' nem Bett! dem allerwärmsten- und schauert zu der Seine: ach,- ich frier...
Von einer Radpatrouille angeblendet,' blinzelt er in das satte Dienstgesicht... ,, Sein Aufenthalt ist vorschriftsklar beendet!"- Neu ausgewiesen, hebt er in das Licht
die magre Hand- beschwört die Menschenrechte! Ruft die Erinnerung großer Tage an! Bastillestürmer! Freiheitstrunkne Nächte- Doch die Patrouille führt den müden Mann
zum Polizeirevier. Verhör, Befehle-
Zur Schweizer Grenze fährt er wiedrum hin- Zerfetzt, verhungert, wirr von dem Gequäle verdunkelt sich allmählich nun sein Sinn.
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