Der Sommer duftet, Klee und Weizenernte...
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Im Schnitterlied erwacht ein holdes Bild:
Die Heimat sieht er Ach! die weit entfernte!
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Und Heimweh wühlt! doch welcher Heimat gilt
sein Tränenschauer? Vater, Mutter liegen zerzaust, erschlagen irgendwo im Schutt- Statt Sohnesküsse- überkrabbeln Fliegen ehrwürdige Form! ,, Ein überflüss'ger Jud"-
kaut er das trockne Brot und zählt die Flöhe- Der Mond wird voll, nimmt ab die Zeit ist um.
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Man führt ihn zu der Grenze auf die Höhe-
zeigt den Revolver: ,, Marsch! sonst macht es bum!"
Wohin? wohin? o hohes Blau, o Himmel!
Nach Deutschland ! Nein! das wär der Schlachthaustod.- Entführe mich auf deinem Wolkenschimmel!
Wohin? wohin? aus der durchhetzten Not...
Und wieder schleicht er heimlich mit Gespenstern zur Nebelstunde ein in Rousseaus Land. Als die Aurora spiegelt in den Fenstern von Bauernhäusern- hebt er seine Hand
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begrüßt im Licht die Heimatlosen, Toten. von Tyrannei Zertretenen! Hört die Uhr im Kirchturm rufen wie des Schicksals Boten- und murmelt leise einen Freiheitsschwur.
Dann wandert er, am Tag versteckt in Wäldern, bei Tier und Angst.- Des Nachts längs der Chaussee auf schattenschweren, tauverklebten Feldern- Ihn fliehen Sterne, Hasen, Mond und Reh...
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