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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
Entstehung
Seite
237
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Die hohen Stimmen der Kommandierenden||

sind von Angst erfüllt wie das Quieken

der Ferkel, die das Schlachtmesser erwarten und die feisten Ärsche

schwitzen Angst in den Bureausesseln.

Von Angst getrieben

brechen sie in die Wohnungen und suchen in den Klosetts- nach

und Angst ist es

die sie ganze Bibliotheken verbrennen läßt. So|

beherrscht die Furcht nicht nur die Beherrschten, sondern auch

die Herrschenden.

4 Warum fürchten sie so sehr das offene Wort?. ı

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Angesichts der gewaltigen Macht des Regimes

seiner Lager und Folterkeller

seiner wohlgefütterten Polizisten

eingeschüchterter oder bestochener Richter

seiner Kartotheken mit den Listen Verdächtiger

die ganze Gebäude bis unters Dach ausfüllen sollte man glauben, daß es das offene Wort

eines einfachen Mannes nicht zu fürchten hätte.

Aber ihr Drittes Reich erinnert i an den Bau des Assyriers Tar, jene gewaltige Festung die, so lautet die Sage, von keinem Heer genommen werden konnte, die aber durch ein einziges lautes Wort, im Innern gesprochen, in Staub zerfiel.