Deutsche Kriegsfibel 1937
Das Brot der Hungernden ist aufgegessen. Das Fleisch kennt man nicht mehr. Nutzlos ist der Schweiß des Volkes vergossen.
Die Lorbeerhaine stehen
abgeholzt.
Aus den Schloten der Munitionsfabriken steigt Rauch. *
Der Anstreicher spricht von kommenden großen Zeiten.
Die Wälder wachsen noch. Die Äcker tragen noch. Die Städte stehen noch. Die Menschen atmen noch.
*
Die das Fleisch wegnehmen vom Tisch lehren Zufriedenheit. Die, für die die Gabe bestimmt ist verlangen Opfermut. Die Sattgefressenen sprechen zu den Hungernden von den großen Zeiten, die kommen werden. Die das Reich in den Abgrund führen nennen das Regieren zu schwer für den einfachen Mann. *
Wenn die Oberen vom Frieden reden
weiß das gemeine Volk
daß es Krieg gibt.
Wenn die Oberen den Krieg verfluchen
sind die Gestellungsbefehle schon ausgeschrieben.
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