Das illegale Wort
Ihr laßt die Schlösser aus den Türen brechen, Ihr schlagt die Scheiben ein, damit ihr hört, Was hinter Türen sie und Scheiben sprechen, Ob hinter Türen etwas sich empört,
Ob ihr das Wort nicht hört, das euch verstört.
Ihr reißt in Hast den Plunder aus den Schränken, Ob nicht ein Flugblatt knisternd sich verrät.
Ihr nehmt die armen Leute ins Gebet.
Die Leute schweigen; doch ihr hört sie denken Das Wort, das klar und laut im Raume steht.
Ihr mögt nach ihm mit rohen Händen schlagen, Das Wort ist unverwundbar wie die Luft.
Ihr könnt es nirgends aus dem Hause tragen.
Und wenn ihr glaubt, ihr hättet’s auf dem Wagen, Flucht es euch nach aus jeder Kellergruft.
Wenn ihr die Plätze füllt mit Fackelhorden Und euer Sieg aus tausend Trichtern dröhnt, Steht es, an dunklen Türen hingelehnt,
Das Wort, zum steinernen Gesicht geworden. Ohnmächtig fühlt ihr, wie es euch verhöhnt.
Das illegale Wort ist nicht zu fassen;
Es ist das Wort, das nicht gesprochen wird.
Ihr hört es nicht; ihr fühlt nur, wie es schwirrt, Ein Fledermausgespenst in toten Gassen,
Die euch aus kalten Kellermäulern hassen.


