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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
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schlichtem Holztrog, wie einst ihre frommen Vorfahren zur Zeit, als Arminius den Varus schlug. Ich habe auch nicht eine Borste meines Deutschtums, keine einzige Schelle an meiner deutschen Kappe eingebüßt, und ich habe noch immer das Recht, daran die schwarz-rot-goldene Kokarde zu heften. Ich darf noch immer zu Maßmann sagen:Wir deutsche Esel! Hätte ich mich in Frankreich naturali- sieren lassen, würde mir Maßmann antworten können: Nur ich bin ein deutscher Esel, du aber bist es nicht mehr und er schlüge dabei einen verhöhnenden Burzel- baum, der mir das Herz bräche. Nein, solcher Schmach habe ich mich nicht ausgesetzt. Die Naturalisation mag für andere Leute passen; ein versoffener Advokat aus Zwei- brücken, ein Strohkopf mit einer eisernen Stirn und einer kupfernen Nase, mag immerhin, um ein Schulmeisteramt zu erschnappen, ein Vaterland aufgeben, das nichts von ihm weiß und nie etwas von ihm erfahren wird aber das- selbe geziemt sich nicht für einen deutschen Dichter, welcher die schönsten deutschen Lieder gedichtet hat. Es wäre für mich ein entsetzlicher, wahnsinniger Gedanke, wenn ich mir sagen müßte, ich sei ein deutscher Poet und zugleich ein naturalisierter Franzose.

Aus der Vorrede zur französischen Ausgabe

Paris , le 30 mars 1855

Oui, ces debris ou descendants des teutomanes de 1815, qui ont seulement modernise leur ancien costume de fous ultratudesques, et se sont un peu fait raccourcir les oreilles-, je les ai detestes et combattus pendant toute ma vie, et maintenant que l&pee tombe de la main du moribond, je me sens consol par la conviction que le communisme, qui les trouvera les premiers sur son chemin, leur donnera le coup de gräce; et certainement ce ne sera pas par un coup de massue, non, cest par un simple coup de pied que le geant les Ecrasera ainsi quon Ecrase un crapaud...

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