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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
Entstehung
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JOHANN PHILIPP BECKER (?)

1849

Manifest der deutschen Demokraten im Auslande

Die Entfernung von den Ereignissen, welche den deut­schen Patrioten in der Heimat die Gemüter erschütterten und oft auch den Verstand verwirrten, hat bei den Flücht­lingen den politischen Blick geklärt und die revolutionäre Energie gestärkt. Sie sind gezwungen worden, die verschie­denen Tatsachen der deutschen, ja der europäischen Revo­lutionsgeschichte im Zusammenhange und als Manifesta­tionen derselben Kraft zu betrachten, da sie sich in keine einzige handelnd und wirkend vertiefen konnten. Der Un­mut, die Erbitterung, welche in frischen, aufstrebenden Menschen durch eine gezwungene Ruhe und Passivität erzeugt wird, befähigt die politischen Flüchtlinge, an den bevorstehenden Kämpfen mit jener persönlichen Leiden­schaft, mit jenem unauslöschlichen Hasse gegen die Feinde der Revolution teilzunehmen, welche einzig und allein zu einem entschiedenen Siege verhilft.

Das vorliegende Manifest, mit welchem die deutschen Demokraten im Auslande die Fortsetzung ihrer revolu­tionären Tätigkeit einleiten wollen, ist nicht so sehr Aus­druck einer Privatansicht als der Gesamtüberzeugung der ganzen Partei und als solche in gemeinsamer Beratung schließlich festgestellt worden. Daß viele Genossen unserer Verbannung und unserer Ansichten zu derselben nicht hinzugezogen wurden, wird man ebenso erklärlich und verzeihlich finden als die Verschweigung der Namen der­jenigen, durch welche diese Denkschrift dem Volke mitge­teilt worden. Unsere Freunde werden sie kennen und unsern Feinden wollen wir keine Gelegenheit zu Verfolgungen geben...

Die Revolution hat sich vom Westen ab und dem Osten zugewendet, dort einen festen Haltepunkt gewonnen, und

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