KASPAR BUTZ
1849
Abschied der Verbannten
Im Begriff, Europas Küsten zu verlassen und uns jenseits des Ozeans eine neue Heimat zu gründen, drängt uns unser Herz, unserm teuren Geburtslande, unsern lieben Landsleuten und Freunden den letzten Scheidegruẞ zu senden, ein herzliches Lebewohl zu sagen. Wir scheiden mit dem Bewußtsein, nur das Gute gewollt und redlich für das Wohl des Vaterlandes gestrebt zu haben. Das Panier, das wir hoch erhoben, ist gesunken und mit Füßen getreten. Dem Volke ward es verwehrt, sich selbst die Verfassung zu geben, und leider standen viele mit denen im Bunde, welche von ihrer Höhe herab die Einigkeit Deutschlands besser zu gründen wähnten! Die Zeit wird über dieses Beginnen richten, die Geschichte wird ihr Urteil sprechen, wer schuld ist an dem vergossenen Blute, an dem Bürgerkriege, an aller Verwirrung im deutschen Vaterlande. Auch wir sind in diesem Kampfe unterlegen, denn wir standen fest auf der Seite des niedergebeugten Volkes. Verfolgt, verbannt von deutscher Erde, suchen wir uns im freien Amerika ein neues Vaterland. Doch unvergessen bleibt das alte, liebe, teure; unvergessen unser schönes Heimatland; unvergessen das biedre Volk der Mark! Darum ein herzlich Lebewohl, und wenn nach schwarzer Nacht uns golden scheint ein herrlich Morgenrot dann ein frohes Wiedersehen.
Havre, den 1. September 1849.
Dr. Grevel.
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Carl Post.
Casp. Butz.


