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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
Entstehung
Seite
107
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Drum sollen eure Leichen nicht Den Strom der Freiheit stauen; Den Strom, der seine Fesseln bricht In diesem Märzestauen! . Drum sollen sie die Stufen sein, Die Stufen grün von Zweigen, Auf denen wir zum Dach hinein| Der freien Zukunft steigen! IN

Was Manifest noch, was Bescheid! Was Bitten noch und Geben! Was Amnestie und Preßfreiheit Tod gilt es oder Leben!

Wir rücken an in kalter Ruh,

Wir beißen die Patrone,

Wir sagen kurz: Wir oder du! Volk heißt es oder Krone!

Daß Deutschland stark und einig sei, Das ist auch unser Dürsten!

Doch einig wird es nur, wenn frei, Und frei nur ohne Fürsten !

O Volk, ein einzger Tag verstrich

Und schon von Vivats heiser? | Erst gestern ließ er schlachten dich Und heute deutscher Kaiser?

Schmach! Mit dem Blute, wild verspritzt Bei jenem freudgen Sterben, Mit dem jetzt möcht er sich verschmitzt

t Den Kaiserpurpur färben!

Allein, daß das unmöglich sei,

Dafür noch stehn wir Wache,

Dafür bleibt unser Feldgeschrei:

Hie Republik und Rache!