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1848
Aufruf an die Jugend
Wohlauf! ihr jungen Herzen, Schon hat der Hahn gekräht! Wir haben unter Schmerzen Die Freiheit ausgesät; Wir haben unter Sorgen Die edle Saat bewacht- Wohlauf! es naht der Morgen Der Ernte jetzt mit Macht.
Jetzt sollen sie nicht rauben Dem Volk den Erntertrag; Wir wollen nichts mehr glauben, Was man nicht greifen mag. Und wer nicht hilft erwerben Dem Volk sein gutes Recht- Den möge Gott verderben! Der ist ein feiger Knecht.
Bei Gott ! wir jungen Herzen, Wir werden einig sein.' Jetzt gilt es auszumerzen Die lange Schmach und Pein. Und wenn die Alten zaudern, Die Jugend steht bereit- Verstummen muß das Plaudern, Jetzt ist es Handelns Zeit.
Frisch auf! du deutsche Jugend! Du hast noch Mark und Blut; Nur Mut ist jetzt noch Tugend, Nur Freiheit noch ein Gut. Wir haben lang die Schande In uns zurückgepreẞt- Freiheit dem deutschen Lande! Schmach, wer sein Volk verläßt!
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