Abschied
Einem Auswanderer
Und muß es denn und muß es sein Und müssen wir uns trennen, Wohlan! so schenkt noch einmal ein Und laßt noch einmal zu dem Wein Die Herzen lodernd brennen!
Du gehst, o Freund, nicht tränenlos,— © 1aß sie, laß sie rinnen!
Denn ach! von deiner Mutter Schoß Du reißt vom Vaterland dich los,
Ein neues zu gewinnen!
Von fremder Küste, stolz und frei, Die Wälder hörst du rauschen; Willst gegen seidne Sklaverei,| Willst gegen bunte Liverei Die nackte Freiheit tauschen.
Du bist es satt, ein Knecht zu sein
Und frei dich nur zu’ träumen,
Du bist es satt, mit Heuchelein,| Mit goldner Worte Flitterschein Die Kette zu umsäumen.
Du bist des eignen Volkes satt,
Der schmachgewohnten Seelen:
Des Volkes, das, zum Handeln matt, Gelehrte nur und Dichter hat
Und dem die Männer fehlen!
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