1838
Die Heiligtümer der Menschheit
Wer den Mut hat, seinen Bedrückern die Steuern zu verweigern und ihre Polizeiknechte und Gendarmen zum Hause hinauszuwerfen, hat soviel Rühmliches getan als der, welcher einen Tyrannen niederschlägt. Wer aber, um sein Leben zu fristen, für das Blut- und Tränengeld der Tyrannen Schafotte und Gefängnisse für seine Brüder errichtet und die Hände müßig in den Schoß legt, wenn die Würger ihre Beute suchen, oder gar den fortgeschleppten Opfern gleichgültig nachsieht, der ist verächtlicher als ein Polizeiknecht und elender als der erbärmlichste Sklave. Die Namen dieser Feiglinge sollen aus der Menschheit verschwinden, denn sie sind nicht wert, daß ihre Kinder ihr Andenken ehren...
Gebet Beweise eures Mutes und eurer Entschlossenheit, den Kampf für eure Überzeugung zu bestehen. Schreibt auf eure Fahnen: wir wollen keine Armut und keine Unterdrückung mehr! Wählt eure Anführer selber und sehet dabei nicht auf die Reichen und Mächtigen. Euer General habe nicht mehr Recht auf den Genuß der Lebensgüter als der jüngste Freiwillige. Er sei vor dem Feind euer Vater und an der Tafel euer Bruder. Bedenket, daß die Schweiz einem Bauern ihre Freiheit verdankt. Der Tod verlangt von allen seinen Tribut, und es ist besser, ihm für die Befreiung der Menschheit sein junges Leben in die eiserne Waagschale zu werfen, als es dem Wucher und dem Übermut für ein Stückchen Brot in die Hände zu liefern, die sich von seinem Marke mästen und es aufgesogen auf die Gasse werfen, unbekümmert um sein armes, elendes Dasein.
Heilig! dreimal heilig! seien der Mit- und Nachwelt die Namen der ersten Märtyrer, die unter dem Banner der
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