An die Fürsten
Bald muß der Kopf euch doch verzweifelnd sieden! Ihr müht euch ab mit Scheren und Verboten,
Ihr schickt den Föhn und Gießbach eurer Noten In Alpentäler still und abgeschieden,
Die Siegel brecht ihr, in der Hütten Frieden Schwärzt ihr den Lauscher ein, den Späherboten, Die Kerker füllt ihr mit lebendig Toten—
Was hilft’s? Ihr schöpft ins Faß der Danaiden.
Wie wenn die Flut der Ebbe folgt und steiget, Ihr häuft umsonst den Damm, der schnell sich neiget, Als wogend Meer der träge Strand sich zeiget:
So fluten jetzt der Freiheit Hochgedanken In aller Herz, zertrümmern eure Schranken, Und Schlösser, Throne und Bastillen wanken.
Auf denn, wasch von Schimpf dich rein, Daß kein Nachbar spotte dein!
Diese Schurken, diese Buben,
Jag sie fort aus Haus und Stuben!
An der Hand des Rechtes treu,
Eine freie Herrin sei!


