An Graf Fugger
Rom, 2. Dezember 1826
Du schreibst mir zu wenig aus einem Land, wo ich so viel zurückgelassen, und das ich so leicht nicht mehr betreten werde.
Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite Und möchte fürder, immer fürder streben: Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben, Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.
Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite, Empfand so sehr in diesem knappen Leben, Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben, Allein wie schwer, zu finden eine zweite.
Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte, Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,
Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.
Viel klüger ist's, dem Vaterland entsagen,
Als unter einem kindischen Geschlechte Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.
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