Es gibt nur Freispruch oder Todesurteil.
Gegenstand der Anklage ist allein der Tatbestand der Ges fangenenmiẞhandlung, der durch den Augenschein oder durch glaubwürdige Zeugenaussagen erhärtet sein muß.
Die Liste wird von den Mitgliedern des Ausschusses im Gedächtnis geführt und ist bei jeder ihrer Zusammenkünfte wechselseitig zu überhören.
Eine Revision des Urteils ist möglich, wenn neue Tatbestände es erschüttern.'
Unsere Verhandlungen waren sachlich und vom Willen zur Objektivität getragen. Mildernde Umstände wurden bereit willig anerkannt, die moralische Qualität der Zeugen jederzeit genau untersucht. Um unsere Arbeitsweise darzulegen, gebe ich ein Beispiel.
Im August wurde von uns der Aufseher Scheffzick zum Tode verurteilt, weil er einen Gefangenen, der einen Flucht versuch gemacht hatte, an eine Säule gefesselt und derart mit der Stahlrute bearbeitet hatte, daß der arme Kerl es war ein Italiener vierzehn Tage im Lazarett zubringen mußte, um seine Verletzungen notdürftig auszuheilen. Dann ereig nete sich das Folgende:
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Mein Freund und Zellennachbar Charles Bainverlzweig war Musikstudent. Er hatte an den Hochschulen zu Paris und Lyon Gesang und Theorie studiert, war als, freiwilliger Arbeiter nach Deutschland gekommen er gehörte zu dem sogenannten, Lavalle- Jahrgang' und hatte in einem Rü stungsbetrieb zu Dessau eine höchst langweilige und zeitraubende Beschäftigung gefunden. Natürlich war er auf Abwege geraten. Er hatte die Nürnberger Rassegesetze Hitlers eben doch nicht mit jener wünschenswerten Sorgfalt studiert, die einem Manne seiner Abstammung im Dritten Reiche zur besonderen Pflicht gemacht worden war kurz: eine Prosti tuierte in Dessau , der er sich als fröhlicher Junge in einer unkontrollierten Stimmung angenommen hatte, war auf den Gedanken verfallen, ihn der Rasseschande zu bezichtigen, und das Sondergericht hatte ihn zu vier Jahren Zuchthaus verknastet.
Bainverlzweig war der Flickschneiderei zugeteilt und besserte Strümpfe aus. Er arbeitete auf seiner Zelle und war fleißig. Gar nichts zu beanstanden: früh stellte man ihm einen
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