meuchlings überfallen habe und vernichten wolle. Aber das werde ihm nicht gelingen na, und so weiter. Heil! Nat= scheff, der neben mir saß, sagte nur:„ Gibt's denn so etwas von einem milden Idioten? Er weiß natürlich besser als alle anderen hier im Saale, wie weit wir kriegstechnisch und materialtechnisch bereits auf dem Hunde sind. Aber er hat die Anweisung, den starken Mann zu markieren bis zuletzt!" Dann aßen wir beide unser Brot mit Salat, verschenkten unser Bier an solche, die es trinken wollten, und verdrückten uns unauf fällig aus der Sphäre der Halleluja- Staude mit elektrisch betriebenem Kerzenlicht.
Der Abschied vom Mathildengefängnis hatte beinahe etwas Rührendes an sich. Wachtmeister König, der ewige Polterer, gab sich förmlich weich, welcher Gefühlsausbruch sich bei ihm in eine besondere Art von Grobheit übersetzte. Marek, der junge Mediziner, brachte mir das letzte Mittagessen in die Abgangszelle, die ich mit Kowalski teilte, und König übersah dabei geflissentlich, daß er mir noch zwei Aepfel zusteckte, die ich dankbar in die weiten Taschen meines Mantels versenkte. ,, Hier", knurrte der Polterer ,,, die letzte Mahlzeit von Mathilden. Anderswo werdet ihr's auch nich besser treffen. Haut hin mit dem bißchen Fresserei. Es is schon halb elf, und um elfe kommt die Minna!" Es gab Pellkartoffeln und eine volle Schüssel Braunkohl für jeden. Kowalski ver staute die Hälfte seiner Schalenkartoffeln in den Taschen seines Sportanzuges, und ich folgte diesem Beispiel weiser Fürsorge für den kommenden Tag. Wer weiß, wann man dahin kam, wo man wieder Land unter den Füßen fühlen würde und über die Qualitäten der Transportverpflegung war man ja inzwischen auf Grund reicher eigener und fremder Erfahrungen völlig im Bilde...
Kowalski würde aller Voraussicht nach noch heute an sein Ziel gelangen. Er ging nach Waldheim, um dort den Rest seiner Zuchthausstrafe abzuschieben rund sechs Jahre noch. Er hatte Flugblätter in seinem Besitz gehabt, als die Gestapo ihn verhaftete; war als Hochverräter und Rundfunk
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