Schon sein Eintritt in die Zelle hat etwas Gewalttätiges an sich. Er wirft sein Bündel aufs Bett und wühlt aufgeregt darin herum.
„Nom de dieu, die Lumpen, die Kalfaktere, ham’se mir dees bissele Tabak a noch klaut— und meine Papiere— porco di ladro, die verdammten Schweine— weg—— weg!! Hab alles zwischen die Wäsche geschoben——“
Er springt auf und klingelt.(Welch eine Frechhheit! Die Klingel darf eigentlich nur benutzt werden, um einen Mord= oder Selbstmordversuch zu verhindern!) Dünnefett erscheint mit unheildrohender Miene in der Tür.
»Was’n los? Is hier einer verrückt geworden?“
„Herr Oberwachtmeister, i bin bei der Revision bestohln worden. Bitte mich sofort noch einmal hinunter zu führen bei die Effekten!“
„Was fehlt denn?“
„Meine Papiere!“
„Die sind Ihnen doch abgenommen worden!“
„Eben net. I hatt’ sie doch zwischen die Wäsche geschoben. Mein Führerschein war dabei. Weg is er! Vielleicht is das Wäschepaket versehntlich an andern‘ausgehändigt worden!“
Dünnefett ist korrekt. Sowas darf nicht vorkommen. Natür- lich gehört der Führerschein in die Kanzlei.
„Kommen Sie mit!“ entscheidet er.
Nach etwa zehn Minuten kommt Kroll zurück.
„Na also!“ sagt er und legt ein Paket Zigarettentabak auf den Tisch.„Dees hab i dem Kalfakter geklaut. Der Bursche hat a ganze Kiste mit Kippentabak dastehn und a kloans Dutzend Pakete bulgarischen, was er so beim Filzen maust, so a Haderlump, damischer.“
„Und die Papiere?“
„Die finden sich. schon noch, da hab i gar koane Sorg’ net“, sagt Kroll gemütlos und dreht sich‘ seelenruhig eine Zigarette.„In dem Haus kommt nix weg!“
In der Tat, eine Stunde später kommt Dünnefett- aufgeregt mit den Papieren an. Kroll wird vermahnt, in Zükunft besser auf sein Eigentum aufzupassen. Der Führerschein wird offi- ziell dem Büro zugeführt.
Kroll hat früher einmal zwei Jahre im Zuchthaus zu Wald» heim gesessen. Er ist über diese Anstalt des Lobes voll. Aber
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