teressant, sage ich dir. Seine Perspektive war: Japan kriegt jämmerliche Haue. Und der war über die Rote Armee erstklassig informiert..."
Kreibel muß lächeln, wenn er daran denkt, daß dieser kleine Mann im Sommer 1919 die militärische Leitung der revolutionären Arbeiter und Soldaten in Hamburg hatte, das Stadthaus besetzte, die Entwaffnung eines Korps Freiwilliger am Hauptbahnhof und den Widerstand gegen Lettow- Vorbeck organisierte. Jetzt war er ein altes, gebrechliches Männlein geworden, das stolz von seinen Taten während der Revolution erzählt.
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einmal habe ich diesen Rittmeister gefragt: Sie haben ja nun ein wenig gründlicher Kommunisten kennengelernt. Nun sagen Sie mir, wo ist das politische Niveau höher: bei den Kommunisten oder bei den Nationalsozialisten?' Und weißt du, was er mir erwiderte? Wie können Sie einen solchen Vergleich anstellen? Die Nationalsozialisten haben doch überhaupt kein politisches Niveau.' Gut, was?... Und doch hat der Kerl uns bei seiner Entlassung verraten!"
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Jetzt, wo Kreibel in Gemeinschaft ist, hat er oft das Bedürfnis, allein zu sein. Das viele Reden, das Hin- und Hergerenne, der Streit beim Kartenspiel die ewige Unruhe auf dem Saal verursachen ihm Kopfschmerzen. Am ersten Tag hat er sich freudig in den Lärm und das Durcheinander geworfen, nun wird es ihm zuviel.
Oft schüttelt er die Genossen ab, sitzt ganz allein in einer Ecke des Saales und träumt vor sich hin. Er nimmt sich vor, wenn er entlassen werden sollte, eine einsame Wanderung durch die Weserberge oder den Harz zu unternehmen. Ganz allein will er tagelang durch Wälder streichen. Er möchte vergessen. Vergessen und nie, niemals wieder daran erinnert werden.
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