fangener für ihn Partei nähme, obwohl er Schiebungen be- gangen hat, die den Gefangenen zugute kamen.
Der Seemann Kesselklein hält in seiner Begeisterung eine lange Rede:
„Denn Saukopp gönn ik dat, wie keenen annern. Dat wär jo keen Wachtmeister, dat wär een Wuchtmeister. Ober dee breekt sik all sülmst dat Genick, wenn wi später mol affreeken wüllt, is von de ganzen Bambusen keen een mehr dor. Paßt man op, dat kummt noch veel scheuner. Von düssen Rittern ohne Furcht und Tadel ward noch mancher in den Bunker wandern!”
Oberscharführer Harms ist zum Obertruppführer befördert worden. Scharführer Riedel zum Truppführer. Dusenschön hat Erholungsurlaub genommen, Harms vertritt ihn.
Harms, der verhinderte Student und geschmeidige Taktiker, rückt dem ersehnten Ziel beträchtlich näher. Er ist der Vertrauens- mann des Kommandanten, und unter den SS -Leuten geht das Gerücht um, daß Dusenschön von seinem Urlaub nicht zurück- kehren, daß, Harms an seine Stelle treten wird.
Der Januar ist ein ruhiger Monat. Die Nächte werden nicht mehr von den Schreien Mißhandelter zerrissen. Harms liebt lautlose Arbeit. Kein Gefangener wird in seiner Zelle ausgepeitscht. Aus- peitschungen werden nur noch im Keller hinter doppelten Türen vorgenommen, durch die kein Schlag und kein Schrei dringt. Alle gelernten Maler unter den Gefangenen der Säle wurden herausgesucht. In Kolonnen aufgeteilt, streichen sie die Korridore und Zellen. Andere Arbeitskommandos säubern mit Wasser- schläuchen und Besen das ganze Gefängnis. Von frühmorgens bis spätabends herrscht auf allen Stationen emsige Betrieb- samkeit.
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