der Seite. Nanu, denkt er, was wollen denn die, in diesem Aufzug? Er tritt ans Fenster und winkt. Mit unbeweglichen, kalten Gesichtern sehen sie zu ihm hinauf und schreiten die Stufen hoch in den Gefängnisbau. Lenzer wird eigenartig zumute. Eine fröstelnde Unruhe kriecht in ihm hoch.
Otten und Kreker treten in die Wachtstube. Lenzer steht am Tisch und blickt sie fragend an.
,, Lenzer, Sie sind verhaftet! Geben Sie mir Ihren Revolver!" Lenzer ist vollkommen ruhig. Er lächelt die Kameraden an, die mit erfrorenen Gesichtern vor ihm stehen. Also geplatzt. Die Bombe ist geplatzt. Na schön, mal sehen, was nun wird. Er löst seinen Leibriemen und fragt dabei, das formale Sie mit Lächeln betonend:
,, In wessen Auftrag kommen Sie?"
Otten antwortet: ,, Im Auftrage des Kommandanten."
,, Aha!"
Lenzer reicht Otten den Riemen mit der Revolvertasche, greift in die Jackentasche und überreicht ihm auch den Zellenschlüssel. Dann fragt er:„ Und nun, meine Herren?"
Otten wirft ihm einen giftigen Blick zu.
,, Folgen Sie uns!"
Auf dem Korridor ruft Kreker den Wachtmeister Harms, der sich auf der Station A 2 befindet. Kreker teilt ihm mit, daß er für kurze Zeit die Station A 1 mit besorgen müsse. Dann nehmen sie den arretierten Wachtmeister in ihre Mitte und marschieren über den Gefängnishof nach der Kommandantur. Lenzer steht vor dem Kommandanten. An der Tür stehen Sturmführer Dusenschön und Obertruppführer Meisel. Lenzer hat einen kurzen Blick nach Meisel geworfen. Der reißt die Augen flehend auf und preßt die Lippen zusammen. Er ist weiß wie die Kalkwand, vor der er steht.
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