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Die Prüfung : Roman aus einem Konzentrationslager / Willi Bredel
Entstehung
Seite
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In den Nachmittagsstunden kommt vom Hof wildes Schreien, Rennen, Lachen. Torsten blickt von der Seite ein wenig aus dem Fenster. Vor dem Gefängnisgebäude stehen die Zugänge, sicher­lich diejenigen, die während der Wahl verhaftet wurden. Die Wachtmeister sind heute so aufgeräumt, daß sie besondere Toll­heiten aushecken.

Die Schubkarren der Abbrucharbeiter werden herbeigeschafft, auch der große, schwere Rollwagen, mit dem man die Steine wegfährt. Erst müssen die neuen Gefangenen mit dem Schub­karren, in denen ein Gefangener sitzt, um den Hof traben; dann müssen alle auf den Rollwagen steigen, und zwei Gefangene müssen sich wie Pferde vorspannen und den Wagen ziehen. Die Wachtmeister laufen mit der Peitsche nebenher, schreien:,!" und: ,, hott!" und treiben mit Peitschenschlägen die Gefangenen zu immer schnellerem Laufen an.

Am Fenster der Wachtstube stehen der Heildiener und einige Kriminalbeamte und amüsieren sich.

Einigen Wachtmeistern geht das Spiel nicht toll genug. Mitten im Hof, in einer Mulde, steht ziemlich tief Regenwasser. Durch diese Mulde müssen sich die Gefangenen gegenseitig auf Schub­karren hinein- und wieder hinausfahren. Wer es nicht fertig­bringt, wird so lange gepeitscht, bis er es mit letzter Anstrengung doch erreicht oder zusammenbricht.

Erst in der Abenddämmerung werden die Gefangenen ins Ge­fängnis getrieben. Acht, die total erschöpft, keuchend und sich erbrechend an der Mauer liegen, werden von ihren widerstands­fähigeren Kameraden mitgeschleppt.

Lenzer sitzt in der Wachtstube und sieht die SS - Männer Otten und Kreker über den Gefängnishof auf den A- Flügel zukommen. Sie haben den grauen Stahlhelm auf und schwere Revolver an

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