land verhöhnen?... Das wird dir teuer zu stehen kommen!... Zum Hochverrat der Hohn? Na warte, Bursche!"
Der Rittmeister ist bleich wie ein Toter. Die Lippen hat er zusammengepreßt, doch das hervorstehende Kinn zittert. Aus der Stirn brechen ihm große Schweißtropfen.
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Wirf das Zeug in die Müllkiste!" ruft Dusenschön Teutsch zu und geht über den Hof nach der Kommandantur.
Teutsch sammelt die Orden und Bänder ein, um den Befehl auszuführen; da bricht der Rittmeister zusammen.
,, He, aufstehn! Hier wird nicht markiert!" schreit Teutsch den Gefangenen an. Der aber liegt regungslos neben seinem Anstaltszeug.
Schließlich schleppen drei Mann den Ohnmächtigen in den Gefängnisbau und legen ihn vor der Wachtstube auf den Korridor. Spätnachmittags werden die Gefangenen in Gruppen eingeteilt. Der Rittmeister kommt auf Anordnung des Lagerinspektors auf den Saal 2 der Station A 1.
Bleich und verstört tritt er ein. Keiner der Gefangenen weiß, wer er ist. Er gibt auf keine Frage Antwort. Einige Male faßt er sich an die Kehle, als bekäme er keine Luft. Dann übergibt er sich, bricht grüne Galle.
Die Gefangenen nehmen an, daß er mißhandelt worden ist, und Welsen veranlaßt, daß man den Neuen" zu Bett bringt. Willig wie ein Kind läßt er sich führen.
An solchen Abenden ist es still auf dem Saal. Es wird nur im Flüsterton gesprochen. Die lauten Spiele werden unterlassen.
Wachtmeister Lenzer schließt die Tür zu Torstens Zelle auf. ,, Schutzhaftgefangener Torsten!"
Mit Lenzer tritt Scharführer Harden, der„ Erlöserengel", in die
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