,, He, Koltwitz, aufstehen! Fertigmachen! Wir kommen gleich!" Durch den Spion sieht Meisel, wie Koltwitz unter der Wolldecke zittert, und er verzieht das Gesicht zu einem hämischen Grinsen. ,, Das Schwein klappert wie ein altes Weib!"
Auch Teutsch sieht durch den Spion und weidet sich an der Todesangst des Juden. Er schlägt mit den Peitschen gegen die Zellentür: Los! Aufstehn! In zwei Minuten kommen wir zurück!"
Laut lachend gehen sie weg.
Ein langanhaltendes Trillerpfeifensignal.
,, Aufstehn! Raus aus den Betten!" schreit Lenzer.
,, Aufstehn! Raus aus den Betten!" schreien die Wachtmeister der anderen Stationen.
Es ist sechs Uhr und noch nachtdunkel. Erst in einer Stunde beginnt es zu dämmern. Die Einzelhäftlinge springen aus den Betten. Wer fünf Minuten nach dem Wecken noch liegt, wird mit der Peitsche wachgeprügelt. Auch die Gefangenen der Säle tummeln sich. In einer Stunde müssen sich alle gewaschen haben, muß der Saal in Ordnung sein. Um sieben Uhr ist Saalappell. Kurz vor sieben Uhr schleppen die Kalfaktoren die Kaffee- Eimer herbei. Ein Kalfaktor ist bereits von Zellentür zu Zellentür gegangen und hat auf den Klappenvorsatz der Türen Schwarzbrotstücke gelegt.
Die Kaffee- und Brotausgabe beginnt. Lenzer schließt die Zellentüren auf, und die beiden Stationskalfaktoren verteilen Brot und Kaffee.
,, Du Mistbiene, kannst du nicht lauter melden?"
,, Schutzhaftgefangener Peemöller!"
,, Noch lauter!"
,, Schutzhaftgefangener Peemöller!"
172


