Irgendeinmal wuchs die Bewegung um ihn ins Unermeßliche. Nur allmählich teilte sich Yorck die ganze Erregung seiner Umgebung mit, und erst ungläubig, dann in erschütternder Freude erfuhr er, die Heimat habe sich erhoben. Nach den eingetroffenen Meldungen zu urteilen, war der Aufstand gleichzeitig in fast allen Teilen des Reiches erfolgt und hatte die Unterstützung der verschiedensten Schichten der Bevölkerung. Arbeiter hatten, mit den aus dem Ausland verschleppten Arbeitssklaven verbündet, Hütten und Minen besetzt, im Odenwald und Spessart hatten sich die Bauern, mit Sensen und Hacken bewaffnet, auf die Städte in Marsch gesetzt, in der Hauptstadt war der Generalstreik erklärt und der Rundfunksender von den Aufständischen in Besitz genommen worden. Die Wehrmacht meuterte an verschiedenen Abschnitten der Front und erhob sich gegen die Prätorianergarden der Diktatur.
Das Haus hallte Tag und Nacht von eilenden Schritten und Gesprächen wieder. Kurz darauf verkündeten die alliierten Oberbefehlshaber in einem gemeinsamen Aufruf an ihre Truppen den Beginn der allgemeinen Offensive an allen Fronten.
Nachts jagt Yorck mit mehreren Offizieren nach Westen. Auf den Straßen der Stadt wogen dunkel rufende Menschenmassen, während die Salven der Salutgeschütze sich vielstimmig an den Häuserwänden brechen.
Der nächste Morgen beleuchtete fahl die von jähen Regenstößen geschwärzten Vormarschwege. Durch die zerrissenen, von neuer Sonne beleuchteten Wolken ziehen Jagdgeschwader feindwärts. Links und rechts,
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