Im schwach erleuchteten Frühnebel des Augustmorgens sahen die zum Tode Verurteilten erblassend das Gestänge des Galgens inmitten der von Mauern umschirmten Sandfläche. Es waren einige jener Offiziere, die am 20. Juli des Jahres versucht hatten, die Diktatur, welche ihr Land seit langer Zeit in immer unerträglicher gewordene Fesseln geschlagen und es dazu schließlich in einen Vernichtungskampf gegen die ganze Welt gestoßen hatte, in jäh losbrechender und verzweifelt- ungläubiger Auflehnung zu stürzen. Einer der Verschworenen, Oberst Graf von Stauffenberg , hatte den Tyrannen selbst, der dem ganzen Regierungsgefüge den Namen gegeben, beseitigen wollen. Dies war mißlungen, der Aufstand in der Hauptstadt desgleichen, die Verschwörer, soweit sie nicht im Kampfe gefallen waren oder sich selbst entleibt hatten, standen bald vor dem grausamsten Werkzeug der Schreckensherrschaft, dem sogenannten Volksgerichtshof, dessen erbarmungslose und fanatische Richter sie allesamt zum Tode durch den Strang verurteilten.
Die acht Offiziere, die nach langen Tagen der Erniedrigung und unaussprechlicher Folter dem Tode entgegensahen, waren sehr verschieden in Rang und Alter. Der älteste, Feldmarschall, hatte hohen Ruhm gewonnen, als er die schlecht bewaffneten und von Verrat geschwächten französischen Armeen in einem wenige Wochen dauernden Feldzug niedergeworfen
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